Ina Kramer - Madame um Mitternacht

Wie mag es wohl sein Reichtümer ohne Ende anzuhäufen und ein Leben in Luxus und Überfluss führen zu können? Eine die es wissen müsste ist Marissja Stoerrebrandt, die Frau an der Seite von Stover Stoerrebrandt, dem unglaublich reichen Handelsfürsten aus Festum. In ihrer neuesten Erzählung aus dem Bornland lässt uns DSA-Veteranin Ina Kramer in die Haut von Madame Stoerrebrandt schlüpfen und eine psychodelischen Trip durch das nächtliche Festum erleben. Lest hier mehr über die Entstehung der Geschichte, und warum ein Kauf im Skripterium Menschen in Not helfen kann.

Es ist kein Geheimnis: Von allen aventurischen Regionen war Ulrich Kiesow das Bornland die liebste. Hier konnte er seine Liebe zur russischen Literatur ausleben, und auch sein legendärer letzter Roman Das Zerbrochene Rad spielte in den schneebedeckten Weiten zwischen Born und Walsach.



Auch seine Frau Ina Kramer fühlt sich hier, im Land der Bronnjaren, der Theaterritter, der Kunga Suula und der zornigen Bären am wohlsten, und so ist es nicht verwunderlich, dass auch ihre neueste Geschichte Madame um Mitternacht (nach ihrer literarischen Rückkehr nach Aventurien mit der Geschichte Kann nicht lesen, kann nicht schreiben, aber will Baronin werden) wieder in der bornischen Hauptstadt Festum angesiedelt ist.

Nachdem ihre letzte Geschichte den Werdegang der Baronin Dythlinde von Brinnbruch erzählte (ihrem NPC aus dem Baronie-Briefspiel), widmet sich Ina Kramer in Madame um Mitternacht einer Frau, über die im aventurischen Kanon - trotz der Berühmtheit ihrer Familie - erschreckend wenig bekannt ist: Wer war Marrisja Stoerrebrandt? Wie lebt es sich im Schatten von Stover Stoerrebrandt? Und was würde passieren, wenn man sie für eine Nacht aus ihrem edlen Vogelkäfig befreien würde?

Hier gibt es den Klappentext des E-Books:

Das Handelshaus Stoerrebrandt ist in ganz Aventurien bekannt, der Reichtum der Familie berüchtigt. In der Nacht ihres 50. Geburtstags sinniert Marissja Stoerrebrandt, die treue Ehefrau an Stovers Seite, bei einem guten Pfeifenkraut über ihre Kinder und ihr Leben - und findet sich plötzlich auf einer berauschenden Reise durch das nächtliche Festum wieder. An der Seite des mysteriösen Herrn Lamertien begibt sie sich dabei auf eine Suche nach ihrer Jugend, ihrer Ehe und ihrer Lebensfreude. Bis der zwölfte Gongschlag erklingt!

Die Geschichte

Marrisja Stoerrebrandt hat alles, wovon ein Aventurier träumen kann: Ein großzügiges Haus mit zahllosen Dienstboten, vier erwachsene Kinder und einen erfolgreichen und berühmten Ehemann. In der Nacht ihres 50. Geburtstages sinniert Marrisja, die alle nur "Madame" nennen, über ihr Leben: Über die fehlende Liebe zu ihren verzogenen Kindern, zu ihrem treulosen Gatten, über das Älterwerden, über Gewichtsprobleme und die zerronnene Jugend. Und zündet sich  in Gedanken versunken eine Pfeife an...

Was folgt ist eine surreale nächtliche Traumreise, die den Großteil der restlichen Geschichte einnimmt. Grenzen verschwimmen, Naturgesetze gelten nicht mehr, Kausalität ist aufgehoben. Was ist real, was ist Traum, was ist Magie? Steckt eine berühmt-berüchtigte, in Festum lebende Magierin hinter den seltsamen Ereignissen, oder sind es Phantasieprodukte der schlafenden Madame?

Am Ende der fast 60 Seiten dieses literarischen LSD-Trips muss jeder Leser selbst entscheiden, was wirklich geschehen ist und was nur Einbildung war. Aber ist diese Unterscheidung wirklich wichtig? Zählt nicht einfach nur, dass Madame wieder ein wenig ihrer alten Frische, Jugend und Lebensfreude gefunden hat? Die Madame, von der wir uns am Ende der Geschichte verabschieden, hat eine aufregende Reise hinter sich und ist nicht mehr die selbe, mit der wir die Geschichte begonnen haben. Und wer weiß: Vielleicht ergeht es manchem Leser ebenso.

Der Hintergrund

Regelmäßige Leser dieses Blogs wissen sicherlich schon lange, dass Ina Kramer nach unserem Interview vor anderthalb Jahren aufgrund zahlreicher Nachfragen wieder begonnen hat, aventurische Geschichten zu Papier zu bringen. Die erste Geschichte Kann nicht lesen, kann nicht schreiben, aber will Baronin werden wurde im vergangenen Juli im Scriptorium Aventuris veröffentlicht, und eigentlich sollte die zweite Geschichte Madame um Mitternacht bereits kurz danach veröffentlicht werden.

Da wir aber noch auf eine Veröffentlichung des Romans Greetja hofften und in Verhandlungen mit möglichen Publikationspartnern waren, wollte ich Madame lange genug zurückhalten, um sie eventuell als Vorgeschichte oder Crowdfunding-Stretchgoal in der Hinterhand zu halten. Da sich dieser Prozess aber nun schon lange genug hinzog, und wir Greetja nun hoffentlich bei einem Verlag unterbringen konnten (dazu in einem späteren Artikel mehr), wird die Geschichte nun im Scriptorium veröffentlicht.

Viel Zeit in Anspruch genommen hat auch die Erstellung des Titelbildes, für das ich lange keine zündende Idee hatte, und in meiner Verzweiflung Ina die Portraits älterer, dicklicher holländischer Damen des 16. Jahrhunderts vorschlug. Daraufhin brachte Ina als Alternative Fraktale ins Spiel, also computergenerierte, rein mathematisch erstellte Grafiken, die gebrochen dimensionale Körper von unendlicher Detailfülle darstellen.

Kleiner Exkurs: Das bekannteste Fraktal ist die sogenannte Mandelbrot-Menge (benannt nach dem Mathematiker Benoit Mandelbrot) und die eng damit verwandten Julia-Mengen. Zur Berechnung der Mandelbrot-Menge wird über eine einfache Rekursionsformel (zn+1=zn2+c) für jeden Punkt c des dargestellten kompexen Zahlenbereichs die Anzahl der Iterationen ermittelt, bevor die Zahlenfolge gegen unendlich strebt (d.h. |zn|>2). Durch Einfärbung der einzelnen Bildpunkte gemäß einer frei wählbaren Farbpalette entstehen so theoretisch unendlich detaillierte Bilder von faszinierender Schönheit und Komplexität, die besonders gut zu Madames psychodelischem Trip passen.

Nachdem Ina mit Hilfe ihres Freundes Christian Wedler einige Vorschläge für optisch ansprechende Fraktale gesammelt hatte, fiel die Wahl schlussendlich auf einen Ausschnitt aus einer Julia-Menge mit vorwiegend blauer Farbpalette, die den Nachthimmel über Festum repräsentieren sollte. Wer selbst einmal mit dem Fraktal herumspielen möchte, kann das über diesen Link tun. Zusätzlich wurde ein in SketchUp erstellter Umriss einiger Häuser hinzugefügt, die die Skyline von Festum darstellen sollten. Zu guter Letzt durfte natürlich die gute Madame nicht fehlen, die als kleine, von einem Leuchten umgebene Silhouette auftaucht. Man möge mir die fehlende künstlerische Begabung beim Zeichnen eines fliegenden Frauenkörpers bitte zugunsten meines hoffentlich erkennbaren guten Willens verzeihen. Ina war so nett, den Entwurf zu loben und durchzuwinken.

Und somit ist es endlich vollbracht: Eine neue Ina-Kramer-Geschichte wartet darauf, von begierigen DSA-Lesern verschlungen zu werden. Wir freuen uns auf zahlreiche Leser und Rückmeldungen, wie Euch die Geschichte gefallen hat.

Die Spenden-Aktion

Nicht jeder von uns kann ein Stoerrebrandt sein, und so gibt es in diesem Moment so manche arme Person, die trotz der Winterkälte nachts draußen übernachten muss. Deshalb spenden Ina Kramer und ich alle Erlöse, die aus dem Verkauf dieser Kurzgeschichte eingenommen werden, dem Verein fiftyfifty / Asphalt e.V. in Düsseldorf, der sich u.a. der Beschaffung von Wohnraum für Obdachlose widmet.

Die Geschichte Madame um Mitternacht wird als Pay-what-you-want angeboten, d.h. jeder darf selbst entschieden, ob und wieviel er oder sie bereit ist zu bezahlen. Wer keine Lust oder kein Geld hat, um für die Geschichte zu zahlen, ist natürlich dennoch herzlich eingeladen sie herunterladen und zu lesen. Und vielleicht per Mundpropaganda etwas Werbung für dieses Projekt zu machen. Wir würden uns freuen, wenn so der ein oder andere Euro für einen guten Zweck zusammenkommen würde. Danke an alle die dabei mithelfen!

Ich darf mich mal wieder bei meiner Brieffreundin Ina Kramer bedanken: Es war mir eine Freude, bei der Entstehung von Madame einen Stück des Weges mitgehen zu dürfen und meinen Teil zur Veröffentlichung der tollen Geschichte beisteuern zu können. Ich hoffe, alle anderen Leser haben mindestens ebenso viel Spaß mit Madame um Mitternacht wie ich!

Madame um Mitternacht steht im Scriptorium Aventuris als Pay-what-you-want-Produkt als PDF- und EPUB-Datei zum Download bereit.

Kommentare

  1. Nette Geschichte mit definitiv aventurischem Flair. Das Coverbild passt und verspricht nicht zuviel, das Nachwort rundet die Erzählung gut ab. Sehr empfehlenswert, wenn man einer bewusstseinserweiternden Reise nicht abgeneigt ist.

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    1. Danke, Michael, freut mich dass es gefallen hat. Und Ina wird es auch freuen! Jetzt müssen es nur noch viel mehr Leute lesen: Bisher sind die Aufrufzahlen dieser Seite und des Scriptorium-Download erschreckend niedrig...

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