Schelmgeflüster 011: Heinz, Doku und 3 Jahre Schelm

Wisst Ihr wer schon lange nichts mehr von sich hat hören lassen? Der Schelm! Hat der nicht früher immer so oft irgendwelche kurzen Texte mit Zusammenfassungen der DSA-Themen der letzten Wochen geschrieben? Wie hieß die Kolumne noch? Richtig: Schelmgeflüster! Das war doch eigentlich ganz nett. Kann der sowas nicht mal wieder machen? ... (peinliche Stille) ... (Grillen zirpen) ... (gelangweiltes Gähnen) ... ähhh... ja, er kann!

DSA-Neuheiten

Vergleichsweise ruhig geht es zum Jahresbeginn an der DSA-Neuheiten-Front zu, müssen wir doch auf das erste Druckerzeugnis noch bis zum kommenden Donnerstag warten. Dann erscheint endlich das Aventurische Herbarium, den ersten von zwei angekündigten Erweiterungsbänden rund um diverseste aventurische Pflanzen, Sträucher, Heil- und Giftpflanzen. Auch Zusatzregeln zum Suchen und Weiterverarbeiten des Grünzeugs dürften vorhanden sein. Nachdem mir Christian Nehling, einer der beiden Hauptautoren, schon stolz ein Bild seines Abnahmeexemplars hat zukommen lassen, dürfen wir alle zuversichtlich sein, das Werk endlich in wenigen Tagen in Händen halten zu dürfen.

Die beiden neuesten DSA-Bände, stolz fotografiert vom Mitautoren bzw. Band-Redakteur Christian Nehling

Auch die Redaktion des Aventurischen Boten hat alle Abonnenten in dieser Woche bereits mit der elektronischen Variante des Boten 199 beglückt. Themen sind u.a. Verhandlungen zwischen Boronis des Puniner und Al'Anfaner Ritus über eine mögliche Annäherung der Kirchen (natürlich diplomatisch vorbereitend auf die immer noch bevorstehende Al'Anfa-Kemi-Kampagne Rabenkrieg), zwei selbsternannte Nachfolger des verstorbenen Tetrarchen Keïderan-Dajin von Khunchom (der Auftakt zu einem kommenden Maraskan-Abenteuer?), ein falsches bosparanisches Relikt und eine echt rondrianische Reliquie (ein Hinweis auf eine kommende Rondra-Shinxir-Konfrontation?) und diverse andere Themen, deren Meta-Plot-Relevanz sich einem flüchtigen Boten-Leser wie mir nie erschließen wird. Einige spannende Themen wurden aber angeteasert - ich bin sehr gespannt, was der kommende Aventurische Bote 200 uns bringen wird!



Ins Dörfchen Morenis im Horasreich verschlägt es uns im Heldenwerk-Abenteuer Der stille Pfad von Wolf-Ulrich Schnurr, in dem die seltsame Schwatzhaftigkeit einer Borongeweihten und das Geheimnis der leckeren Backwaren des örtlichen Zuckerbäckers im Vordergrund stehen.



In knapp zwei Wochen startet das erste DSA-bezogene Crowdfunding des Jahres bei GameOn Tabletop, wobei aber eher die Kartenspieler bedient werden: Jede Menge neues Material für Aventuria, das schöne Abenteuer-Kartenspiel aus dem Hause Ulisses, erwartet ab dem 12. Februar darauf, von uns üppig mit Klein- und Großgeld beworfen zu werden. Bisher sind drei Erweiterungen auf Facebook angekündigt worden:

Wer schon immer eine Sharizad in Aventuria spielen wollte, darf sich auf das Schleiertänzerin Heldenset freuen, das die Novadi-Tänzerin Karima al’Jamila mitbringt.



Für Einsteiger ist das Abenteuer Schneidermeisters Poltergeister konzipiert, das vier vorgefertigte Einsteiger-Helden auf Geisterjagd in die Schneiderwerkstatt Dugon di Montarazzo führen wird.



Gerade geteaserte Grundspiel-Geschichte gönnt genervten Gaststätten-Gänger-Generationen gründlich gegorene Graf Grotho Greifax Gratenfels Genugtuung: Im Meisterin der Alchimie Heldenset gibt es neben der titelgebenden neuen Spielercharakteuse auch ein spannend klingendes Aufbauspiel-Abenteuer namens Kommando Greifax, in dem eine Gruppe von Zwergen den für vogelfrei erklärten Grafen dingfest machen soll.



Da alle drei Produkte bisher sehr interessant klingen und mindestens der lange angekündigte Geweihte des Namenlosen noch potentiell kommen könnte, freue ich mich leider schon viel zu sehr auf das Crowdfunding, und hoffe trotz meines kürzlich erfolgten Hauskaufs noch irgendwo das Geld für eine Teilnahme zusammenkratzen zu können.

Und als wäre das finanziell nicht alles schon schlimm genug, droht im März bereit das nächste Crowdfunding, in dem wir eine neue Werkzeuge des Meisters Box bekommen sollen. Kein Sorge, es wird nicht schon wieder eine Retro-Auflage der im Rahmen des Kaiser-Retro-Crowdfundings bereits wiederveröffentlichten alten Box sein, sondern eine moderne DSA5-Version, die mit verschiedenen Acryl-Blip-Sets, Bodenplänen, speziellen Abenteuern für verschiedene Spielstile, und Tipps zum Meistern für z.B. narratives oder gamistisches Spiel daherkommen wird. Klingt ebenfalls spannend und viel zu teuer.

Wer übrigens auf das kommende DSA-Computerspiel Book of Heroes wartet, hatte in der letzten Woche u.a. bei Orkenspalter-TV, Gamestar, Golem und einem nun wirklich nicht nennenswerten Boulevard-Schmierblatt die Gelegenheit, einen Vorab-Blick auf das Spiel zu werfen. Bisheriges Fazit: Erwartet bitte von der Komplexität und dem Aventurien-Bezug kein neues Drakensang, aber glücklicherweise auch kein zweites Skilltree-Saga. Irgendwas dazwischen wird es wohl werden. Als Teilnehmer des Beta-Tests im letzten Jahr darf ich (hoffentlich ohne gegen das Verschwiegenheitsabkommen zu verstoßen) zumindest Folgendes verraten: Ich werde das Spiel in jedem Fall kaufen und mich durch Dungeons und Wälder metzeln! Dem Team von Random Potion und Wildriver Games drücke ich die Daumen und wünsche eine hoffentlich nicht allzu anstrengende Crunch-Zeit bis zum Release!

Die DSA-Dokumentation

Wer den Ulisses-YouTube-Kanal und/oder den entsprechenden Kanal von OrkenspalterTV verfolgt, wird bemerkt haben, dass seit nunmehr vier Wochen jeden Freitag eine neue Folge der mindestens siebenteiligen DSA-Dokumentation läuft, an der Nico und Mháire mehrere Jahre gearbeitet haben. In jeweils etwas weniger als einer halben Stunde bekommt man anhand von Interviews mit legendären DSA-Autoren wie Werner Fuchs, Lena Falkenhagen, Tom Finn, Hadmar von Wieser, Anton Weste, Bernard Hennen und anderen DSA-Schaffenden und -Spielenden einen tollen Einblick in die Anfangstage des größten deutschen Rollenspielsystems und die Entwicklung der Welt.

Obwohl der Film von Ulisses finanziert wurde, ist jede Angst, dass es sich um einen Werbefilm für die Waldemser Firma handelt, vollkommenn unbegründet, wird doch fast ausschließlich die Schmidt-Spiele- und FanPro-Zeit von DSA thematisiert. Heutige DSA-Macher wie Markus Plötz oder Niko Hoch kommen nur mit der Erzählung ihres DSA-Erstkontakts zu Wort. Eigentlich schade - gerne hätte ich auch etwas mehr über die Geschichte der 2010er Jahre gehört. Aber sei es drum: Die Serie ist so oder so ein echtes Highlight und eine Freude für jeden echten DSA-Fan und Nostalgiker.

Fast wäre auch ich etwas an der Entstehung des Film beteiligt gewesen, hatte ich doch versucht, noch einen Interview-Termin zwischen den Orkenspalter TVlern und Ina Kramer zu organisieren, was aber leider aus verschiedenen Gründen nicht mehr geklappt hat. Schade, ich hätte Ina gerne vor der Kamera gesehen und über die Entstehung von DSA erzählen hören. Dennoch konnte ich die Dokumentation bereits im Rohschnitt sehen, und drohe Euch hiermit an, dass Euch in der nächsten oder übernächsten Folge potentiell ein kurzer Gastauftritt eines gewissen schelmischen Bloggers erwarten könnte (ich habe mich auf dem KRK 2019 nicht schnell genug weggeduckt!). Ich hoffe für Euch und mich, dass ich rausgeschnitten wurde.

Ansonsten hoffe ich, dass jeder von Euch sich die kurzweiligen (und leider viel zu kurzen) Folgen anschaut und ebenso viel Spaß dabei hat wie ich. Ich könnte Hadmar, Werner, Tom und all den anderen stundenlang zuhören, wenn sie von früher quatschen. Vielen Dank an Nico und Mháire für die tolle Dokumentation, die viele Arbeit und das Herzblut, das Ihr hineingesteckt habt, und dafür, dass all diese Anekdoten nunmehr festgehalten wurden und nicht mehr durch Satinavs Umbarmherzigkeit vergehen können. Und vielen Dank an Ulisses, dass Ihr dieses tolle Projekt möglich gemacht und so toll unterstützt habt. Wann kommen die nächsten 50 Folgen?

Heinz!

Apropos Orkenspalter TV: Gleich zwei tolle Überraschungen warteten am Jahresende noch auf mich, die ich unbedingt noch erzählen möchte. Zum einen flatterte eines Tages ganz unverhofft ein Umschlag in meinen Briefkasten, der ein tolles Gimmick enthielt: Eine Druckfassung des Space 1889-Abenteuers The Secret of Phobos (passend zum gleichnamigen Fan-Film, den ich mir zwar, wie ich gestehen muss, noch immer nicht komplett angesehen habe, der aber mit so viel Liebe und Aufwand gedreht wurde, dass ich das in jedem Fall noch nachholen werde. Zumal Teile davon im Industriemuseum meiner Heimatstadt Hattingen gedreht wurden.)

Ein schönes verfrühtes Weihnachtsgeschenk von Orkenspalter TV

Zusätzlich enthält das Heft einen erste Rohfassung von Mháires eigenem Rollenspiel-System Lemna, das sie schon seit vielen Jahren entwickelt. Auch wenn ich als reiner DSA-Spieler (mit zu wenig Zeit für andere Systeme) es vermutlich nie spielen werde, macht es doch Spaß darin und in dem schön gestalteten Space-Abenteuer zu blättern und zu staunen, wie kreativ und produktiv das Ehepaar Stritter/Mendrek und ihre zahllosen Freunde und Mitstreiter immer wieder sind. Danke für das überraschende Geschenk!

Wenn Ihr Euch jetzt fragt, warum ich zu den wenigen Auserwählten gehöre, die eine Druckfassung dieser beiden Werke bekommen haben, so lautet die einfache Antwort: Weil ich Orkenspalter TV seit Oktober 2018 als einer der zahlreichen Patreons monatlich mit etwas Geld unterstütze. Und das bisher noch nie bereut habe (immerhin habe die beiden bei mir für immer etwas gut, weil sie mich damals mit ihrer Late Nerd Show über die Gareth-Box wieder zu DSA gebracht haben). Wenn auch Ihr cool findet, was die beiden alles für die Rollenspiel-Community machen, überlegt Euch doch vielleicht auch, ob ihr sie nicht mit einem kleinen (oder größeren) monatlichen Betrag bei Patreon unterstützen könnt. Es ist für einen guten Zweck: Für noch mehr tolle Rollenspiel-Videos und -Publikationen!

Und warum heißt dieser Abschnitt nun ausgerechnet "Heinz"? Ganz einfach: Weil meine Tochter am letzten Tag des Jahres 2019 mit ihrer Cousine und meiner Schwester einen Ausflug in den Frankenhof, einen Tier- und Freizeitpark im westlichen Münsterland, unternommen haben. Im Souvernirshop durfte sie sich ein Stofftier aussuchen. Und was nimmt meine tolle Tochter völlig nichtsahnend mit? Ausgerechnet einen "Heinz", also jene etwas zersaust wirkende Plüscheule, die unter dem Namen Prof. Dr. Dr. Dr. Dr. Heinz Featherly als Co-Moderator der Late Nerd Show und Protagonist mancher seltsamer Orkenspalter-TV-Metaplot-Geschichte zu zweifelhaftem Ruhm gekommen ist und sogar Namensgeber mehrerer Conventions wurde.

Falls jemand Heinz mal wieder sucht: Er wohnt jetzt bei uns in Bochum!

Also darf ich stolz berichten, dass Heinz seit nunmehr fast einem Monat sein Zuhause im Plüschtier-Fach des Kinderzimmer-Schranks meiner Tochter hat, sich mit den anderen Stofftieren im Rahmen seiner Möglichkeiten vergleichsweise gut versteht und er bisher noch keine Fluchtversuche unternommen hat. Wir werden ihn weiterhin gut behandeln und ausreichend knuddeln. Versprochen!

Spielberichte

Erfreulich regelmäßig haben wir es in den letzten Wochen an den Spieltisch geschafft, sodass wir uns langsam (sehr, sehr langsam) dem Ende von Der Ruf der Bahalyr nähern, dem Beginn der Sternenträger-Hexalogie. Ja, Asche auf mein Haupt: Ich habe tatsächlich bereits nach dem ersten Spielbericht aus Zeitgründen das Handtuch geschmissen, und somit die letzten vier Spielsitzungen nicht dokumentiert. Aber ich werde wenigstens versuchen, diese Lücke durch eine Grobzusammenfassung zu schließen und wenigstens das Ende des ersten Abenteuers einigermaßen zeitnah schriftlich festzuhalten, auf das andere Gruppen aus meiner fragwürdigen Meister-Leistung lernen mögen...

Drei Jahre Schelm

Ohne den lieben Nottel von Nandurion wäre es mir selbst nie aufgefallen: Den Blog Vier Helden und ein Schelm gibt es seit nunmehr drei Jahren! Weshalb ich mir selbst herzlich zum Blog-Geburtstag gratulieren darf! Herzlichen Glückwunsch, Kai. Danke, Kai! Ja, die Zeit als Blogger und Familienvater verfliegt als hätte Liscom von Fasar mal wieder gezeitfrevelt, und so darf ich mittlerweile auf 195 Artikel, 30 Umfragen und Gewinnspiele, 16 Con-Berichte, 15 Spielberichte, 6 Interviews und 152.973 Seitenaufrufe zurückblicken.

Dafür, dass ich diesen Blog eigentlich ohne irgendein Konzept oder eine langfristige Vision gestartet habe, kann ich mit dem erreichten mehr als zufrieden sein. Wer mehr über die Entstehung des Blogs, meine Wenigkeit und kommende Artikel erfahren möchte, sollte die fleißigen Schreiberlein von Nandurion im Auge behalten, die hoffentlich bald ein Interview mit mir veröffentlichen werden. Juchu! Ein Interview - auf Nandurion! Preiset die Schönheit der Welt!

Und das war es auch "schon" wieder mit dem ersten Schelmgeflüster im Jahr 2020. Ich hoffe, alle Leser hatten einen guten Start ins neue Jahr. Wir lesen uns hoffentlich bald wieder im nächten Schelmgeflüster!

Kommentare

  1. Antworten
    1. Es ist zwar seltsam das Ende Januar zu schreiben, aber ja: Auch Dir ein Frohes Neues! Und nachträglich frohe Ostern und einen guten Rutsch 1997!

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    2. Na zum ersten Geflüster im neuen Jahr musste das sein ;)

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    3. Volle Zustimmung! Um mir selbst treu zu bleiben gibt es den KRK-Bericht dann dieses Jahr eben erst kurz vor Weihnachten! ;-)

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  2. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum.
    Wobei... müsste ein Schelm nicht nur die Schnapszahlen feiern?

    Egal, viel Spaß weiterhin am Blog (und uns damit weiterhin Informationen, Hinweise, nette Geschichten, Anekdoten, ...).

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    1. Danke! Bevor der Schelm seine erste Schnappszahl feiern kann, werden noch acht Jahre vergehen - hoffen wir mal, dass DSA, meine Leserschaft und nicht zuletzt ich so lange durchhalten. Den Spaß habe ich, und die aufgezählten Dinge werden hoffentlich auch in Zukunft fleißig sprudeln. Besten Dank für's Lesen!

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  3. Ja komm, dann gratuliere ich halt hier auch schon mal, Kai. Prima, wie Du am Ball bleibst und natürlich weiter so! Danke auch für den Heinz-Faktor. Wir sehen uns bald bei Nandurion, bis dann :)

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