Schelmgeflüster 013: Aventuria und Pandämonium

Das namenlose dreizehnte Schelmgeflüster ist da, und bringt Euch diesmal viele brandheiße Vorab-Informationen zum kommenden Aventuria-Crowdfunding, zum kommenden Kaiser-Raul-Konvent und zum Aventurischen Pandämonium 2. Außerdem berichtet der Schelm über eigene Projekte und Spielerfahrungen. Also los: Bringen wir das 13. Geflüster hinter uns!

Das Aventuria-Crowdfunding

Am kommenden Mittwoch ab 16 Uhr geht es wieder los: Das erste Crowdfunding des Jahres startet! Bevor sich aber im März die "echten" DSA-Spieler auf neue Publikationen stürzen dürfen, kommen erstmal die Aventuria-Brettspieler auf ihre Kosten: Gleich acht neue Erweiterungen hoffen darauf, von möglichst vielen Spielern begehrt und gekauft zu werden. Nochmal ganz langsam, zum Mitschreiben: Acht neue Erweiterungen!

Um das mal einzuordnen: In den fast vier Jahren, die Aventuria nun bereits auf dem Markt ist, sind - je nachdem wie man rechnet - noch keine "echten" acht Erweiterungen erschienen (als Abenteuer gab es bisher Wald ohne Wiederkehr, Schiff der verlorenen Seelen, Heldenreigen, Feuertränen, Das Wirtshaus zum Schwarzen Keiler, Das Steinerne Schiff sowie die reinen Kartenerweiterungen Arsenal der Helden, Ausbauset, Rückkehr zum Schwarzen Keiler).



Und nun kommt also der große Schwung neuer Helden und Abenteuer auf uns zu: Das Crowdfunding wird den Titel Nedime und Borbarad tragen, und wie der Name andeutet die beiden klassischen Soloabenteuer Borbarads Fluch und Nedime - Die Tochter des Kalifen in Kartenspiel-Form pressen. Das Besondere dabei: Es handelt sich bei beiden Abenteuern wie auch im Original um Solo-Abenteuer, d.h. der einzelne Spieler tritt gegen das Spiel an und muss sich dabei durch Hasrabals Palast bzw. durch Borbarads Turm und das dazugehörige Raumschiff kämpfen. Ob dabei auch die Möglichkeit vorgesehen ist, die Abenteuer kooperativ zu spielen, wird auf der Crowdfunding-Seite noch nicht erwähnt.



Beide Abenteuer kommen mit einer reichhaltigen Ausstattung daher, verfügen sie doch jeweils über einen großformatigen Spielplan, auf dem die einzelnen Räumlichkeiten über Spielkarten dargestellt werden. Dadurch, und durch die jeweiligen kartenbasierten Herausforderungen, soll ein hoher Wiederspielwert erreicht werden. Nach den positiven Erfahrungen, die wir mit dem Wirtshaus zum Schwarzen Keiler sammeln konnten, glaube ich tatsächlich, dass mich so ein Solo-Spiel reizen und mehrfach an den Tisch locken könnte. Natürlich muss jeder selbst entscheiden, ob er bereit ist für ein Solo-Spiel stolze 35 € auf den Tisch zu legen - oder 70 € für zwei Solo-Spiele!

Wer noch 80 € dazulegt, erhält die vier bereits in letzten beiden Schelmgeflüstern erwähnten Heldenset-Erweiterungen Diener des Namenlosen, Meisterin der Alchemie, Schleiertänzerin und Schatzjäger, die jeweils ein passendes Abenteuer mitbringen (Diebe in Khezzara, Kommando Greifax, Orgie der Dornen und Perlenräuber). Allein schon für diese Abenteuer, die ich allesamt spannend finde, werde ich mir die Zusatzsets holen müssen. Und dass, obwohl es vermutlich viele Jahre dauern wird, bis ich all diese Abenteuer endlich mal gespielt bekomme...

Damit haben wir bisher aber nur die regulären Produkte erwähnt, die schon zu Beginn des Crowdfundings am Mittwoch verfügbar sein werden. Zusätzlich wird es - so die entsprechenden Stretch Goals erreicht werden - noch mindestens die beiden bereits bekannten Abenteuer-Erweiterungen Kommando Rietholtz und Schneidermeisters Poltergeister geben. Außerdem gibt es noch alternative Heldenkarten für einen männlichen Hexer und eine weibliche Geweihte des Namenlosen sowie ein Acrylmarker-Set. Weitere Stretch Goals dürften im Laufe der Kampagne noch bekanntgegeben werden. Spätestens wenn diese Stretch Goals alle freigeschaltet sind, dürfte es sich lohnen, sich für eines der beiden All-In-Dankeschöns zu entscheiden, die mit 210 € bzw. 300 € zu Buche schlagen. Bei letzterem dürft ihr sogar bei einem auf 10 Teilnehmer limitierten Aventuria-Design-Workshop in Waldems teilnehmen. Mal sehen, wie hoch ich diesmal bereit bin zu gehen. Ich denke, die 210 € dürften es schon werden.

Die anvisierte Finanzierungssumme liegt mit 5000 € erfreulich niedrig, und so dürfte vermutlich bereits nach höchstens ein paar Stunden das Projekt erfolgreich finanziert sein. Als zukaufbare Zusatzprodukte wird es außerdem noch ein 2er-Set von magnetischen Ulisses Metall-Drehscheiben geben, die anders als ihre bereits erhältlichen kleinen Pendants (die Zahlen von 1 bis 20 zeigen) sogar bis 40 gehen. Ich bin ein Fan dieser kleinen Scheiben, und werde mir in jedem Fall ein oder zwei Sets zulegen - schon alleine um damit bei DSA-Kämpfen Lebenspunkte von Gegnern nachhalten zu können.

Last but not least wird es auch wieder einen riesigen Rucksack geben, diesmal allerdings mit einem Zwölfgötter-Kreis darauf. Wer beim Crowdfunding für Die Schwarze Katze mitgemacht hat (oder ein ähnliches Exemplar bei Hunter&Cron erworben hat), kennt bereits das unglaublich riesige Format. Ich selbst hatte bei der Spielemesse 2019 in Essen Gelegenheit, meinen Katzenrucksack einzuweihen, und war von seiner Kapazität mehr als begeistert. Für einen Zwölfgötter-Rucksack wird meine Begeisterung dann aber vermutlich nicht mehr reichen - ein Exemplar dieser Größe ist mehr als ausreichend!

Falls sich übrigens jemand fragt, woher ich all diese Informationen bekommen habe: Ulisses hat freundlicherweise auf Discord einen eigenen Kanal für die sogenannten "Herolde" angelegt, also für Nachrichtenseiten, Blogger, YouTuber und sonstige engagierte Fans, die über diesen Kanal mit Vorab-Infos versorgt werden, um sie dann an die Community weiterzugeben. Ein schlauer Marketing-Schachzug, wie ich finde, und ich hoffe, Euch darüber schon bald weitere Informationen brühwarm weitergeben zu können, wenn ich welche erhalte.

Das Aventurische Pandämonium 2

Spätestens seit der 35-Jahr-Feier im letzten Jahr, als Chefredakteur Niko Hoch meinen Mitspieler Marcel als angehenden Autoren des zweiten Pandämoniums begrüßte, war es für mich ein offenes Geheimnis, dass der vermutlich erfolgreichste (und in meinen Augen beste) Erweiterungsband des letzten Jahres zeitnah eine Erweiterung bekommen würde. Und so verkündete Ulisses dann auch in der letzten Woche das baldige Erscheinen des zweiten Pandämoniums, das ebenso wie der Vorgänger mit 60 bekannten und unbekannten Kreaturen der Niederhöllen daherkommt. Zwei Exemplare konnte man in der letzten Woche bereits auf der Facebook-Seite bewundern, zusätzlich wurde nun auch das Coverbild des Buches vorgestellt. 

Neben den Dämonen bringt der Band auch Regeln für Dämonenbindung, dämonische Traditionen und Zauber, Dämonenfäule, Lykanthropie und Theriak mit, und wenn er nur annähernd so gut wird wie der Vorgängerband, dürfte sich das Ding mehr als lohnen. Einen Erscheinungstermin hat Ulisses noch nicht genannt; ich würde aber erwarten, dass es auf dem in fünf Wochen kommenden KRK entweder nähere Informationen oder sogar bereits die fertigen Bände zu kaufen gibt.



Ein Highlight ist übrigens schon jetzt das großartige Cover, das von dem mir bisher unbekannten Illustrator Carl Hassler stammt. Ein Name, den ich mir ab jetzt definitiv merken werde!

Der Kaiser-Raul-Konvent

Apropos KRK: Ja, die drei schönsten Tage des Jahres rücken schon wieder näher, und so ist auch die schwierige Zeit angebrochen, sich für gewünschte Spielrunden und/oder Workshops/Panels anzumelden. Als Teilnehmer des Ulmenkabinetts hatte ich zusätzlich die Qual der Wahl, mir aus den angebotenen 32 Abenteuern eines oder mehrere auszusuchen. Kein leichtes Unterfangen, kann ich Euch versichern, und mit schwerem Herzen entschied ich mich nur für eine kurze Spielrunde am Samstag Vormittag, da ich mir nachmittags die Aventuria-Neuheiten ansehen wollte. Außerdem muss (oder besser: darf) ich eventuell die als Ehrengast eingeladene Ina Kramer wieder zurück nach Düsseldorf fahren, was ich natürlich mit Freuden tun werde.

Somit steht mein Zeitplan für den KRK schon mehr oder weniger fest: Freitags Ankunft und Quatschen mit bekannten Gesichtern, abends Keynote und anschließend Ulmenkabinett. Samstag Morgen eine Spielrunde mit Nadine Schäkel, die mich und meinen Ex-KGIA-Agenten Delo Finsterkamm zurück ins größtenteils befreite Tobrien leiten wird. Nachmittags dann Aventuria und/oder Fahrt nach Düsseldorf. Abends gibt es vielleicht noch Gelegenheit, an dem Tavernen-Quiz, der Tanz-Veranstaltung oder dem Interaktionsspiel teilzunehmen, wenn die Zeit es zulässt. Der Sonntag morgen gehört dann den Workshops bzw. Panels und der traditionellen feierlichen Zusammenkunft, wo die Ereignisse der letzten Tage in einem kleinen Theaterstück zusammengefasst werden.

Falls es jemanden interessiert, wird es auf dem KRK - wenn mir die Druckerei keinen Strich durch die Rechnung macht - auch Gelegenheit geben, ein paar gedruckte Exemplare der beiden Kurzgeschichten Kann nicht lesen, kann nicht schreiben, aber will Baronin werden und Madame um Mitternacht von Ina Kramer zu erwerben, die seit einiger Zeit im Scriptorium Aventuris verfügbar sind. Weitere Infos dazu folgen, wenn es spruchreif ist.

Die Rätsel-Solo-Abenteuer

Wo wir gerade beim Scriptorium und bei Print-On-Demand-Büchern sind: Die letzten Tage habe ich daran gearbeitet, meine bisher erschienenen vier Rätsel-Soloabenteuer Dexters Depesche, Phexaris Prüfung, Zulipans Zorn und Die Maschine des Mechanikus, die bisher nur per Google Docs Web-Formular und über meinen Discord-Bot spielbar waren, auch als klassisches Solo-Abenteuer in Buchform zu veröffentlichen. Die Arbeiten an Gefährliche Geheimnisse (so der Arbeitstitel) sind noch im vollen Gange, und bis zum KRK wird es mit der Vollendung auch wohl nichts mehr werden, aber zumindest den Vorab-Entwurf des Titelbilds für die Anthologie möchte ich Euch nicht vorenthalten:



Das Bild entstand in Unity, wobei der Zwerg mit Fackel und Buch in der Hand über die 3D-Miniaturen-Plattform HeroForge erstellt wurde. Der Dungeon wurde aus einem kostenlosen Modell im Unity Asset Store zusammengestückelt, und die restliche Arbeit war das Beleuchten des Gangs, die eher schlecht gewordene Fackel und die Platzierung der Kamera. Es ist sicherlich kein professionell wirkendes Cover, und insgesamt ist es vermutlich auch viel zu dunkel geraten. Aber da ich es mir momentan nicht mehr leisten kann, mehrere Hundert oder gar Tausend Euro für ein professionelles Coverbild auszugeben, bin ich mit dem Resultat meiner amateurhaften Bemühungen mehr als zufrieden. Ich hoffe, dass der zugehörige Abenteuerband bald fertig wird.

Wie sieht es bei Euch aus? Würde Euch ein solcher Sammelband meiner Rätsel-Soloabenteuer interessieren? Würdet Ihr vielleicht sogar eine Hardcover-Druckversion davon haben wollen? Lasst mich bitte in den Kommentaren wissen, ob es ein Publikum für ein solches Nischenprodukt gibt.

Spielbericht Der Ruf der Bahalyr

Wieder einmal ist es uns in der letzten Woche gelungen, unsere DSA-Runde um den heimischen Esstisch zu vereinen, um weiter dem Ruf der Bahalyr zu folgen. Wir erinnern uns: Beim letzten Mal hatte es uns ins Dörfchen Thurnata verschlagen, ein Ort, der allen Spielern des Abenteuer-Klassikers Elfenblut bekannt vorkommen dürfte. Tatsächlich treibt noch immer der aus diesem Abenteuer bekannte Bösewicht sein Unwesen, und so mussten wir uns ihm in einem epische (sprich: langen, wenn nicht gar langweiligen) Zwischen-Endkampf stellen.

Dem elfischen Thema folgend habe ich den Kampf auf zwei Ebenen inszeniert: Während in der Realität die Schergen des Bösewichts über die schlafende Heldengruppe herzufallen versucht, müssen die schlafenden Helden sich in einer Traumwelt gegen virtuelle, aber nicht minder gefährliche Gegner behaupten.



Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass meine insbesondere vom DSA5-erfahrenen Mitspieler Marcel ungeliebte Regelimprovisation und meine schreckliche Unkenntnis auch der grundlegendsten DSA5-Regeln dafür gesorgt hat, dass besagter Kampf (auf den ich schon seit drei Sitzungen hingearbeitet habe) zu einer äußerst zähen Angelegenheit ausgeartet ist, und alle froh waren, als der Bösewicht endlich sein Leben aushauchte. Zu meiner Verteidigung sei vielleicht noch gesagt, dass ich eigentlich darauf gehofft hatte, dass meine Helden den Gegner viel schneller enttarnen und so den Kampf zu einem vorzeitigen Ende bringen würden - aber solche Pläne zerschellen ja leider meist an der Realität.

Somit bleibt mir nur, mich bei meiner Runde (und vor allem dem frischgebackenen Pandämonium-Mitautoren Marcel) für die zähe Runde zu entschuldigen, und auf einen zügigeren Verlauf des restlichen Abenteuers zu hoffen. Aber falls es jemanden interessiert: Ich hatte - trotz des Unwillens meiner Gruppe - durchaus meinen schelmischen Spaß!

Die DSA-Dokumentation

Ach ja: Zu guter Letzt sei noch daran erinnert, dass am letzten Freitag die siebte und leider letzte Folge der großartigen DSA-Dokumentation Hinter der Maske des Meisters über die Bildschirme flackerte. Und ich teils stolz, teils beschämt verkünden darf, dass auch ich ein paar Worte in die Kamera sagen durfte. Wer also schon immer den Schelm von den Spielspaßmöglichkeiten von Ritterrüstungen erzählen hören, oder einfach einer spannenden Sammlung von Interviews und Hintergrundinformationen rund um Das Schwarze Auge lauschen möchte, dem sei die Dokumenation nur wärmstens ans Herz gelegt. Als die letzten Minuten abliefen und die Schlußworte gesprochen wurden, musste ich mir durchaus ein Tränchen verdrücken. Ein ganz, ganz großes Dankeschön an Orkenspalter TV und Ulisses Spiele, die diese tolle Dokumenation möglich gemacht haben.



Und damit endet auch das namenlose 13. Schelmgeflüster. Ich hoffe, trotz der unschönen Zahlenmystik war wieder das ein oder andere Thema für Euch dabei. Wer noch an unserer elfischen Umfrage und dem zugehörigen Gewinnspiel teilnehmen möchte, hat dazu noch vier Tage Gelegenheit. Viel Spaß, viel Glück und viel Rollenspiel wünscht

   Der Schelm 

Kommentare

  1. Hallo Schelm,

    vielen Dank für deine tollen Beiträge und dass du dein Heroldswissen mit uns teilst.

    Was mich besonders interessiert, ist wie dein Freund Marcel es geschafft hat, für das Pandaemonium 2 schreiben zu dürfen. Vielleicht kannst du uns dazu ja Mal etwas berichten.

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    1. Hallo Bottle, vielen Dank für das nette Feedback. Wie Marcel zum glamourösen Leben eines DSA-Autors gekommen ist, ist schnell erklärt: Als Panthergardist und langjähriger Drachling, der auch schon ein paar Abenteuerideen an Ulisses gepitcht hat (von denen es aber noch keine zur Publikationsreife gebracht hat), kannte man ihn schon länger. Und als dann relativ kurzfristig neue Autoren für das Pandämonium gesucht wurden, hat man einfach bei ihm angefragt. Inwieweit andere Autoren, die ihn kennen (z.B. Christian Nehling, Thorsten Most oder andere) da ein gutes Wort für ihn eingelegt haben, weiß ich nicht. Aber auf seine dämonischen Ideen freue ich mich nun sehr!

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  2. wie genau bekomme ich um 45 euro die 4 heldensets? die werden bei mir nämlich mit 80 euro angezeigt.

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    1. Sorry, das war ein Fehler meinerseits! Ich hatte auf der Preview-Seite fälschlich gedacht, dass man für 80€ eines der beiden Soloabenteuer sowie die vier Heldensets bekommen würde. Was natürlich nicht stimmt: Die Heldensets allein kosten 80 €, jedes Soloabenteuer schlägt nochmal mit 35 € zu Buche. Ich habe es im Text korrigiert. Danke für den Hinweis und für's Lesen!

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