Spiel 2019 und 35-Jahre-DSA-Party

Quälend langsam vergehen jedes Jahr die Monate bis zur Essener Spielemesse, und dann sind sie plötzlich da: Jene vier tollen Tage im Oktober, in denen sich jeden Tag Zehntausende Brettspieler, Rollenspieler und andere positiv verrückte Menschlinge durch die Messen-Hallen 1 bis 6 schieben. Doch dieses Jahr gab es noch ein weiteres, sehr viel exklusiveres Event, auf das man sich als DSA-Fan freuen konnte: Die mysteriöse 35-Jahre-DSA-Party! Wie die Messe und die Party für den Schelm waren, und warum er der Messe dieses Jahr besonders entgegenfieberte, erfahrt Ihr hier!
Wenn überall auf der Welt Menschen ungeduldig die Neuheitenlisten auf BGG kontrollieren, mit fast leeren Koffern nach Deutschland hin- und mit prall gefüllten Koffern wieder zurückfliegen, wenn sich Menschenmassen morgens um neun in Richtung Gruga schieben und erst viele Stunden später, erschöpft, voll bepackt und mit einem stupid-glücklichen Grinsen auf dem Gesicht wieder ans Tageslicht zurückkehren, dann muss wohl wieder Spielemesse sein. Wie in jedem Jahr!

Eine Warnung vorweg: Wer nur für den Bericht über die Spiel und die Party hier ist und sich für den Gesundheitszustand von Bloggern und die Leiden von jungen Vätern nicht sonderlich interessiert, sollte die folgenden beiden Abschnitte schleunigst überspringen und direkt im Abschnitt Die Anreise weiterlesen!

Die Planungsphase

Ohne groß prahlen zu wollen, bin ich wahrlich kein Neuling als Besucher der Essener Spieletage, wurde ich doch bereits irgendwann in den frühen 1990er Jahren (oder war es bereits Ende der Achtziger?) vom Vater eines Kumpels das erste Mal mit in die Messehallen der Nachbarstadt genommen, um dem atemberaubenden Angebot an tollen Brett-, Karten- und Rollenspielen huldigen zu können. Seitdem war ich, so weit ich mich erinnern kann, in jedem Jahr dort, und es ist gut möglich, dass ich bald meine 30. Spiel besuchen werde. Insofern: Ja, ich betrachte mich als alten Messe-Hasen, und als solcher macht man bestimmt nicht den Anfängerfehler, ganz unbedarft und unvorbereitet in den Messetrubel zu stürzen. Oder?

Nein, ich bin Profi, und so nahm ich mir beizeiten Urlaub, um auch ja nicht am viel zu überfüllten Messe-Samstag oder -Sonntag durch die Hallen gepresst werden zu müssen. Nein, als echter Profi ist man natürlich direkt ab Donnerstag vor Ort. Oder, wer im Besitz eines Presseausweises ist wie ich, bereits am vorherigen Mittwoch, um dort der alljährlichen Pressekonferenz beiwohnen zu können.

Aber nur diese drei freien Tage reichten mir nicht, ich wollte dieses Jahr alles richtig machen und mir vor der Messe eine ausgiebige Vorbereitungs- und Erholungsphase gönnen. Also gönnte ich mir gleich zwei Urlaubswochen - zehn Tage Zeit zum Studieren der Neuheitenlisten, zum Abarbeiten liegengebliebener Artikel und zum Umsetzen eigener Ideen, die bei mir jedes Jahr pünktlich vor der Messe zu sprudeln beginnen.

Ich fand übrigens auch, dass ich mir diese zwei Wochen verdient hatte: Die letzten Monate als zweifacher Vater waren echt hart, der stressige Spagat zwischen Vollzeitjob und Kinderbetreuung ging mir mehr an die Substanz, als ich vorher für möglich gehalten hätte. Spätestens seit im August die Elternzeit endete, nun beide Kinder in der KiTa untergebracht waren und somit jeden Tag zwei Kindergärten abgefahren werden müssen, um die Blagen pünktlich hinzubringen und abzuholen, befand ich mich arbeits- und freizeittechnisch im Dauerstress.

Also: Zwei Wochen Urlaub! Messevorbereitung! Basteln! Spaß!

Die Krankheitsphase

Jaaaahaaa - denkste! Natürlich grätschte da recht früh der erste Kindergarten dazwischen, der natürlich auch die erste Woche der Herbstferien nutzen wollte, um mal ein paar freie Tage zu haben. Weshalb ich mich plötzlich in der ersten Woche komplett mit der Kinderbetreuung eines Anderthalbjährigen Sohnemanns konfrontiert sah, was zwar grundsätzlich recht schön sein kann, aber für ambitionierte Spielemesse-Planungen quasi das Todesurteil bedeutet.

Also fieberte ich dem Ende der ersten Urlaubswoche entgegen (paradox, oder?), und freute mich auf das Wochenende (an dem meine Frau mit den Kindern bei der Schwiedermutter nächtigen wollte) und auf Woche 2, wo immerhin noch zwei komplett freie Tage auf mich warteten. Vier Tage Messevorbereitung! Immerhin! Geil!

Der geneigte Leser ahnt es sicherlich schon: So einfach machen es die Zwölfe einem armen Schelm nicht! Oder vielleicht war auch eher Belzhorash Schuld, denn am Samstag Morgen meldete sich meine Frau telefonisch mit der Hiobsnachricht: Meine Tochter hat Hand-Mund-Fuß-Krankheit! Allen, die diese Krankheit so wie mir nichts sagte, seien hiermit informiert, dass sie sich in Form von Pusteln an Händen, am Mund und... ja, ihr ahnt es... an den Füßen äußert. Und auch sonst kaum ein Körperteil auslässt!

Woher ich das so genau weiß? Nun, meine Patzer-Wurf-Serie setzte sich natürlich noch fort, denn während die Krankheit bei meiner Tochter am Samstag ausbrach (sprich: Ein Kind, dass nicht in den Kindergarten kann und von Papa versorgt werden muss), erwischte es meinen Sohn am Sonntag (sprich: Zwei Kinder für die Papa-Betreuung) - und mich am Montag! Von Montag Abend bis Mittwoch Abend lag ich fast durchgehend mit Fieber, Alpträumen, Kopfschmerzen im Bett, konnte mich kaum rühren, geschweige denn über Messevorbereitung nachdenken. Meine Kinder mussten abwechseln von Mama und Oma betüddelt werden. Die Pressekonferenz und Neuheitenschau am Mittwoch konnte ich knicken, und nur zu allen mir bekannten Göttern beten, dass ich wenigstens am Donnerstag irgendwie messe- und partytauglich sein würde...

Ob ich das tatsächlich war, kann ich nicht beurteilen: Als ich am Donnerstag erwachte, starrte mich aus dem Spiegel ein völlig durch rote Flecken im Gesicht, an den Händen und Armen entstellter Fremder an, und ich fragte mich, ob ich mit so jemanden auf einer Messe oder Party reden würde. Meine Antwort lautete nein, aber was nutzte es? Ich hatte angekündigt, dass ich kommen würde, hatte versprochen, den einen öffentlich angekündigten Ehrengast zur Party zu fahren, und somit blieb mir keine Wahl: Trotz Krankheit musste ich in jedem Fall nach Essen fahren! Immerhin: Die Kopfschmerzen waren gnädigerweise weg, und mit Latexhandschuhen verhüllt sollte laut Internet auch die Ansteckungsgefahr, die von mir ausging, irgendwie beherrschbar sein... so zumindest in der Theorie!

Die Schelmische Gesundheitsgarantie: Sollte sich irgendjemand auf der Messe oder der Party bei mir mit Mund-Hand-Fuß-Krankheit angesteckt haben, meldet Euch bitte bei mir. Als Entschädigung werde ich Euch ein kleines schelmisches Entschuldigungs-Präsent zukommen lassen!

Die Anreise

Nachdem vor zwei Jahren die Anreise per Bahn in einer längeren Wartezeit in einem viel zu vollen U-Bahnwaggon und einem anschließenden längeren Fußmarsch mündete, und der letztjährige Versuch, die Messe mit dem Auto zu erreichen, auf irgendeinem am Arsch der Welt befindlichen Parkplatz mit überfülltem Shuttle-Bus  endete, beschloss ich dieses Jahr meine Privilegien als Blogger zu nutzen, und den mir als Mitglied der Presse zugesandten Parkausweis seiner angedachten Bestimmung entsprechend zu nutzen. Natürlich war ich auch diesmal, knapp eine Stunde vor Öffnung der Messe, viel zu spät dran, sodass sich bereits auf der A52-Ausfahrt Richtung Messe, die mir mein Navigationsgerät empfohlen hatte, Staus gebildet hatten. Die ersten Parkhäuser waren gesperrt, die entsprechende Ausfahrt ebenfalls. Glücklicherweise führte mich mein Navi dennoch recht zielstrebig von der anderen Seite an das Parkhaus P6 heran, und obwohl ich so 20 Minuten im Stau verbringen musste, gelang es mir um kurz nach halb zehn den formschönen Parkplatz Nr. 1 im Parkhaus P6, Block A zu belegen. Yeah - erste Hürde des Tages gemeistert!

Mein Presseausweis - ist ernicht wunderwunderschön?

Nach kurzer Treppauf-/Treppab-Odyssee durch neonbeleuchtete Dungeons, gelangte ich nahe dem Eingang zur Halle 1 an die Oberfläche, nur um direkt wieder Richtung Messeeingang aus dem Tageslicht zu verschwinden. Mein zaghaft vorgezeigter Presseausweis wurde mit einem grimmigen Scannen akzeptiert - was mir im letzten Jahr nicht gelungen war, wurde ich da doch zum offiziellen Presseeingang bei Halle 3 komplementiert. Juchu - zweite Hürde des Tages gemeistert!

Stolz wie Oskar und froh, endlich wieder den magischen Duft von Paletten mit frisch gedruckten Brettspielen durch die Lungen pumpen zu können, spazierte ich entspannt durch die Hallen. Das gemeine Volk.... ähhhh.... der Pöbel..... nein .... die übrigen Messebesucher mussten noch zehn Minuten bis zur Öffnung warten, und so war es ein fast schon spirituelles Erlebnis, von Zuschauermassen unbehelligt von Halle zu Halle zu laufen.

Halle 1 (die mit dem großen Asmodee-Stand) und Halle 2 (kleinere Brettspielverlage) wurden auf kürzestem Wege durchquert, und auch die Galeria, die sozusagen den Verbindungs-Hub zwischen fast allen Hallen bildet und mit Essen-Ständen und Kinder-Bespaßungs-Ständen gefüllt ist, wurde kaum eines Blickes gewürdigt. Ich hatte natürlich ein Ziel, und dieses Ziel erwartete mich in Halle 6.

Der Ulisses-Stand

Wer nicht durch soziale Medien vorgewarnt war, dürfte sich sehr verwundert in Halle 6, der traditionellen Rollenspiel-und-Nerd-Kram-Halle, umgesehen haben: Wo hatte sich der kleine sympatische Waldemser Rollenspielverlag Ulisses Spiele denn in diesem Jahr niedergelassen? Wer einen großen schwarz-grünen Stand mit Verkaufsfläche, Demo-Tischen, Streaming-Bühne und Business-Bereich erwartet hatte, dürfte von dem sehr kleinen, zwischen zwei anderen Ständen in der Mitte der Südwand von Halle 6 versteckten Ständlein etwas enttäuscht gewesen sein. Ich will nicht behaupten, dass mein erste WG-Zimmer größer als dieser Stand gewesen wäre (denn das war es vermutlich nicht), aber viel hat auch nicht gefehlt: Eine kleine B-Ware-Ecke rechts, eine Ikea-Regalwand mit Rollenspiel-Kram hinten und eine Kasse links, alles in der Mitte durch die DSA-Neuheiten und die Fireteam-Zero-Angebote zu einem U-förmigen Gang transformiert.

Der Ulisses-Stand ein paar Minuten nach Hallenöffnung

Ich selbst war natürlich schon vorgewarnt, und fand den Shop daher auch gar nicht so schlimm wie befürchtet: Klar, mit der Pracht alter Spielemessen oder dem CCXP-Premiere-Standmonstrum war das alles nicht zu vergleichen - aber es war alles dar, was mein DSA-Herz begehrte. Und so fasste ich meine Geldbörse fester, und betrat die so wohlbekannten schwarz-grünen Bodenfliesen....

Sogleich wurde ich natürlich vom unvermeidlichen und trotz aller Hektik stets überraschend entspannt wirkenden Steff Tannert begrüßt, mit dem ich spätestens seit seiner wunderbaren Ulli-Kiesow-Miniatur per Du war. Außer mir waren nur zwei andere Kunden im Shop, und so hatte ich genug Platz, mir sogleich die frisch erschienene Aranien-Box zu schnappen. Es gab kurze Verwirrung, woran man denn nun die normale Hardcover-Ausgabe von der teureren Deluxe-Ausgabe unterscheiden konnte, da diesmal das hilfreiche "L" (KunstLeder? DeLuxe?) auf dem Barcode fehlte, und man stattdessen auf die letzte Ziffer achten musste (8=Normalausgabe, 9=Deluxe-Ausgabe).

Meine Errungenschaften des ersten Messetages. Highlight: Die coole, prall gefüllte Aranien-Box unten rechts!

Glücklicherweise gab es aber auch keinerlei Grund zur Hektik, denn wer wie ich schon mehrfach ziemlich weit vorne in Schlangen von Ulisses-Verkaufsständen gestanden hat, der weiß, dass das Kassensystem NIE (ich wiederhole: NIE) auf Anhieb funktioniert und irgendwas immer schief läuft. Mir war es recht egal, wollte ich doch nur etwas Geld loswerden und dafür meine Einladungskarte zur 35-Jahre-DSA-Party entgegennehmen. Für alle die es nicht mitbekommen haben: Die Eintrittskarten zur Party wurden nur an diejenigen Kunden abgegeben, die für mindestens 50 Euro im Shop einkauften. Die Karten kamen zweigeteilt daher: Eine echt schicke schwarze Karte mit goldenem 35-Jahre-DSA-Aufdruck, sowie ein sehr schnöder handgeschnittener Zettel mit der Adresse des Hotels, in dem die Party steigen sollte. Steff war so nett, mir gleich zwei Karten zu geben, da ich ja evtl. auch eine für Ina Kramer brauchte, so sie nicht ohnehin auf der Gästeliste stünde.

Die prunkvolle Einladungskarte zur 35-Jahr-Party

Während wir auf das Kassensystem warteten, plauderte ich mit den beiden vor mir in der Schlange stehenden Kunden, und entdeckte dann die zu meiner Schande auf den ersten Blick übersehenen Neuheiten: Das Heldenwerk-Archiv 3 in der regulären Ausgabe (die KRK-Ausgabe hatte ich bereits im Februar erworben und später weiterverlost, da ich die Ausgabe mit Titelillustration bevorzuge) sowie Stadt der hundert Türme, den dritten Roman der Blut der Castesier Reihe von Daniel Jödemann, musste ich natürlich auch noch mitnehmen. Zusammen mit einigen doppelten Käufen für die Gewinnspiel-Verlosungen zeigte das frisch gebootete Kassensystem schließlich stolze 240 Euro, die ich mit leichtem Schlucken auf den Tisch legte...

Der Zettel mit der streng geheimen Adresse der Party-Location!

Doch nicht nur das legte ich auf den Tisch, denn auch mein 35-Jahre-DSA-Gratulations-Buch war nach viel zu vielen Stunden des handschriftlichen Übertragens von Glückwünschen aus meiner Monatsumfrage gerade noch rechtzeitig fertig geworden. Die vor mir wartenden Kassenopfer waren die ersten, die sich verewigten, und ich versuchte das Buch samt drei Stiften prominent auf dem Fireteam-Zero-Stapel zu platzieren, auf dass weitere vorbeiströmende DSA-Fans sich dort verewigen würden.

Das Gratulationsbuch mit den handschriftlich übertragenen Glückwünschen aus der Oktober-Umfrage

Die Begegnungen

Die ersten bekannten Nicht-Ulisses-Gesichter, die ich traf, waren Jan A. (auch bekannt als Amazone Palinai) und  der Seemann, mit dem ich beim KRK im Hennen-Corvus-Workshop gesessen hatte und dessen Namen ich mir peinlicherweise immer noch nicht gemerkt habe. Dafür konnte mein gesammeltes Wissen über die Unterscheidung der beiden Aranien-Sammelbox-Ausgaben anbringen, und in Erfahrung bringen, dass auch keiner von den beiden einen Platz im Ulmenkabinett für den KRK 2020 ergattern konnte. Kurz plauderte ich mit Dennis S., den ich vom Stand des Würfel-Meisters und vom Frühstück beim KRK kannte, über die heutige DSA-Party.

"Da ist ja der Schelm", hörte ich plötzlich hinter mir, und als mich umblickte, erspähte ich die fröhlich grinsende Fenia Winterkalt (ihres Zeichens eine der Wächterinnen über das DSA-Forum, aber auch Nanduriatin und ehemalige DSANews-Redakteurin), den sehr umtriebigen und nicht nur auf Dere festhängenden Blogger/YouTuber Frosty sowie den mir bisher nicht persönlich bekannten aber echt netten Nandurion-Redakteur Sirius. Nachdem ich sie ordnungsgemäß über die von mir ausgehende Ansteckungsgefahr informiert und mit meinerseitigem Schrecken den ihrerseitigen Schrecken zur Kenntnis genommen hatte, plauderten wir über die Messe, die Party, die Must-Sees der Messe und anderes, bevor es mir gelang, ihnen das Glückwunsch-Buch unter die Nase zu halten und sie zumindest teilweise zum "freiwilligen" Eintragen von Glückwünschen zu nötigen. Fenia schenkte mir dann netterweise noch einen formschönen Druckbleistift, über den ich mich sehr freute - prompt 10 Minuten später irgendwo liegen ließ! :-(

Gemeinsam machten wir uns auf den Weg, die Halle etwas zu durchstöbern, doch wenige Stände und Minuten später kamen Frosty und ich allein am Uhrwerk-Verlag-Stand an, wo sich Frosty zielstrebig eine Erklärung zur frisch erschienenen deutschen Version von Die Verbotenen Lande geben ließ, während ich etwas bei Splittermond stöberte und mit Uli Lindner plauderte. Infolge der Uhrwerk-Insolvenz neigte sich seine Zeit als Verlagsleiter ja leider dem Ende zu, es freute mich aber sehr zu hören, dass er ab nächstem Monat in einer anderen (und besser bezahlten) Branche untergekommen ist und sich somit dem Rollenspiel wieder in seiner Freizeit widmen kann.

Meine dreiste Frage, ob er sich auch vorstellen könnte mal wieder für DSA zu schreiben, beantwortete er damit, dass ihm diese Frage vom Chefredakteur auch schon gestellt worden war, und einem kryptischen "Mal sehen....". In jedem Fall war Uli so nett, auch noch ein paar freundliche Worte in das Glückwunsch-Buch zu schreiben, was mich sehr freute, immerhin hat er mit der Dunkle Zeiten Box und dem ersten Wildermark-Kampagnenband zwei sehr coole  DSA4.1-Publikationen zu verantworten gehabt, und es würde mich sehr freuen, auch in Zukunft mal wieder etwas von ihm zu lesen. Ich drücke ihm für seinen neuen Job und seine Zukunft (und natürlich dem übrigen Uhrwerk-Team) von Herzen die Daumen!

An einem Tisch in der Nähe des Met-Standes in der Nordwest-Ecke von Halle 6 traf ich Sirius mit einen weiteren DSA-Spieler (dessen Namen ich leider nicht kenne), und den Grolm (im wahren Leben eher als Alexander G. bekannt), mit dem ich mich sogleich in schöne DSA-Gespräche stürzte. Wir diskutierten die kommende DSA-Dokumentation (von der auf der RatCon die ersten Szenen gezeigt worden waren), in der wir beide jeweils einen oder zwei kurze Auftritte hatten und deshalb schon einen Vorabblick darauf erhaschen konnten, und sehr kurz über das hoffentlich noch bald erscheinende DSA-Jubiläumsbuch, das mutmaßlich kein großes Geheimnis mehr ist, seitdem Werner Fuchs in einer Wine-and-Paper-Folge davon berichtete. Viel weiß ich leider noch nicht über das Buch - schade, denn wenn es eine spirituelle Fortsetzung von Magische Zeiten sein sollte, hätte ich gerne die neue Kurzgeschichte Madame um Mitternacht von Ina Kramer darin platziert, da sie als gute Fortsetzung zu Vanjescha (ebenfalls von Ina) aus Magische Zeiten hätte dienen können. Oh, diese verpassten Chancen!

Die Einkäufe

Nun war es aber endlich an der Zeit mal die Hallen zu durchstreifen, und so begann ich vollkommen ziellos meine Runde zu drehen. Vorbei an Met-Ständen, Miniaturen, Battlemaps und T-Shirt-Ständen arbeitete ich mich in Halle 5 vor, wo ich spontan am Stand des neuen Verlags Funtails mein Exemplar von Glen More II abholte, der Neuauflage des alten Alea-Klassikers. Ich hatte das Spiel auf Kickstarter unterstützt, da ich schon die Erstausgabe sehr mag (mein liebstes Alea-Spiel), und ich schon einmal das Vergnügen hatte, mit dem super sympathischen Autor des Spiels, Matthias Cramer, eine Prototypen-Testrunde beim Spieleautorentreff in Bochum-Langendreer zu spielen (damals, als ich noch keine Kinder, dafür aber Zeit für Brettspiel-Entwicklung hatte). Die Neuauflage von Glen More ist ein echter Brecher geworden, wiegt fast 3,4 kg (!!!) und wird noch zeigen müssen, ob sie mehr Spielspaß bringt als das kleine, aber elegante Original. Ich bin gespannt!

Glen More II - 3400 Gramm purer Spielspaß?

Weiter ging es in Halle 4, wo ich die recht kurze Schlange nutzte, um am  Stand von Feuerland-Spiele die neue Europa-Erweiterung für Flügelschlag zu erwerben, den völlig zu recht erwählten Gewinner des Kennerspiel des Jahres und des Deutschen Brettspiel Preises. Auch wenn ich mir irgendwann mal geschworen habe, keine Erweiterungen von Brettspielen mehr zu kaufen, da ich schon für die Grundspiele viel zu wenig Zeit habe, machte die Erweiterung, die die bei uns teilweise komplett unbekannten amerikanischen Vogelarten durch hierzulande bekanntere europäische Vögel ergänzt, ausgesprochen viel Sinn, will ich meinen Kindern etwas Ornithologie-Kenntnisse vermitteln, bevor ich sie mit brillianten Strategien in Grund und Boden spiele!

Europa-Erweiterung zu Flügelschlag

In Halle 1 stattete ich meinen beiden Brettspiel-Stammtisch-Kumpels Markus (auch bekannt als Pöppelschieber) und Kay (auch bekannt als... ähhh... Kay?) einen Besuch ab, die als Erklärbären am dlp games Stand gut zu tun hatten, konnten sie doch mit Maracaibo (von Alexander Pfister) und Orléans Stories (von Verlagschef Reiner Stockhausen) gleich zwei vielversprechende und heiß begehrte Knaller im Angebot. Da ich ein großer Pfister-Fan bin, hätte ich Maracaibo auch gerne direkt mitgenommen, sparte mir das Geld aber wohlweislich, da sowohl Kay als auch Markus bereits ein Exemplar ihr Eigen nannten und ich das Spiel eh nur mit ihnen spielen würde. Bevor es noch wie Blackout - Hongkong vom letzten Jahr ungespielt im Schrank verstaubt...

Direkt gegenüber von dlp games hatte sich Lookout Spiele mit einem eindrucksvoll großen Stand breitgemacht, und ich nutzte die Chance, um mir ein anderes Alexander Pfister Spiel zu sichern, dass ganz oben auf meiner Dinge-die-ich-unbedingt-kaufen-muss-Liste stand: Aufbruch nach Newdale, einer vollwertigen Brettspiel-Version des von meiner Frau und mir heißgeliebten Kartenspiels Oh my Goods! (Erstkäufern auch bekannt als Royal Goods). Beim Blick auf die enthaltenen Spielkarten, die sehr an ihre Vorgänger erinnern, kriegte ich direkt wieder Lust auf das Aufbauen von Warenketten - diesmal aber legacymäßig in 8 Kapiteln. Ich bin sehr gespannt ob es das geniale Kartenspiel übertreffen kann!

Aufbruch nach Newdale, die Brettspiel-Version von Oh my Goods von Alexander Pfister

Mittlerweile hatten sich so viele Spiele in meinen Taschen angesammelt, dass ich die Chance in Halle 1 zu sein nutzte, um hinunter in die Gewölbe der Tiefgarage zu steigen, meine Beute im Kofferraum zu verstauen und einen Schluck Cola die gierig nach Flüssigkeit dürstende Kehle hinabrinnen zu lassen. Mittlerweile war es auch Zeit, eine unangenehme Pflicht zu erfüllen, musste ich Ina Kramer doch noch mitteilen, dass sie sich für die Fahrt zur heutigen DSA-Party in das Auto einer tickenden biologischen Zeitbombe (nämlich von mir) setzen müsste und ich vollstes Verständnis hätte, wenn sie im Angesicht dieser Todesgefahr lieber zu Hause bleiben würde. Aber einmal mehr entpuppte sich Ina als ausgesprochen entspannte Person, versicherte mir, dass sie sich eh nie ansteckt und dass schon alles gut gehen würde, und so blieben wir dabei, dass ich sie in ein paar Stunden in Düsseldorf abholen würde. Puh! Wieder ein Stein der von meinem kinderkrankheitsgeplagten Herzen fiel!

Wieder zurück in der Messe durchwanderte ich die nunmehr prall gefüllte Halle 3, und traf mich am Ulisses-Stand mit meinem Bochumer Bekannten Marcel B. (übrigens ein angehender DSA-Autor einer noch nicht offiziell angekündigten Publikation), und auch wenn ihm als Familienvater mein Pustelgesicht sehr unangenehm war, tolerierte er meine Anwesenheit lange genug, um die Halle 3 zu durchwandern und über die Neuheiten und die Party zu quatschen.

Am Stand von 2F-Spiele (wissen schon: das sind die mit dem grünhaarigen Verlagschef und Hauptautor Friedemann Friese) ließ ich mich mal wieder von der charmanten Aufmachung eines Spiels blenden und kaufte wider besseren Wissens direkt ein Exemplar von Faultier, dem Spiel wo sich die Spieler als Faultiere von anderen Tieren über den Spielplan schleppen lassen müssen. Ich habe leider schon viele Friedemann-Friese-Spiele gekauft, deren Spielgefühl mich trotz der interessanten Thematik kalt gelassen hat (Fabelsaft, 504, Furcht, Finstere Flure), aber auch einige Perlen erstanden, die ich noch heute verehre (Funkenschlag, Freitag, Fünf Gurken, Stichmeister). Von daher bin ich sehr gespannt, in welche dieser beiden Kategorien das Faultier fallen wird.

Ich wanderte noch ein wenig durch die Hallen, traf am Ulisses-Stand auf Thorsten und Heike M., die eigentlich laut Discord-Nachricht gar nicht sooo viel wert auf eine Begegnung mit mir legten (Frage: "Wo treibt ihr Euch gerade rum?" Antwort: "Nicht da wo du bist du Seuchenmutterschiff..."). Trotz der Frotzelei war es aber wie immer eine Freude die beiden zu treffen, und ich hoffe, ihnen nicht im Austausch für das lustige Treffen höchst unlustige Viren entgegengeschleudert zu haben...

Nun war es aber mittlerweile auch schon früher Nachmittag geworden, und ich wollte vor der Fahrt gen Düsseldorf noch einen Blick auf die Neuheiten-Schau werfen, die unterhalb der Halle 1 auf alle Pressevertreter wie mich wartete. Also wurde die Rolltreppe abwärts genommen, lässig der mittlerweile zerknitterte Presseausweis gezückt, dem gelangweilten Messemitarbeiter am Eingang unter die Nase gehalten und durch den fast menschenleeren Neuheiten-Saal geschlendert...

Die Neuheiten-Schau

Bei über 1500 Neuheiten in diesem Jahr ist es natürlich schwer bis unmöglich, sich mehr als einen flüchtigen Überblick über die Highlights und Geheimtipps der Messe zu verschaffenn. Glücklicherweise bietet die Neuheitenschau für alle Fachbesucher (Presseleute oder Aussteller) die Möglichkeit, auf vergleichsweise kompaktem Raum die wichtigsten Neuerscheinungen des Jahres unter die Lupe zu nehmen. Und auch wenn die Neuheitenschau nur einen kleinen Teil aller frisch erschienenen Produkte bietet, ist es schon sehr erschlagend, sich alle Spieler auch nur kurz anzusehen.

Ich bitte daher um Entschuldigen, dass es für mehr als kurze Impressionen der ausgestellten Spiele mit kleinen Kommentaren nicht gereicht hat. Vielleicht findet Ihr dennoch das eine oder andere Spiel, das für Euch interessant ist...

Seid gewarnt: Es folgen nun einige hundert meist nicht sehr aussagekräftige Schnappschüsse von Neuheiten. Wer lieber lesen möchte, wie die DSA-Party oder der Messe-Samstag verlaufen sind, sollte einfach beherzt nach unten scrollen, bis die Bilderflut vorbeigezogen ist!

Miyabi, ein dreidimensionales Puzzle-Spiel von Haba

Qwixx on Board bringt ein eigenes Spielbrett für das bekannte Kartenspiel mit

Anubixx von NSV ist ein schnelles Roll-und-Write im Alten Ägypten

Minecraft von Ravensburger ist eine Umsetzung des gleichnamigen Brettspiels

Noch eine bekannte Lizenz: Spirit - Abenteuer in Miradero von Schmidt Spiele

Bei Ms. Monopoly starten Frauen mit mehr Geld als Männer und erfinden Dinge

Bei Monopoly Voice Banking übernimmt der beiliegende Sprachcomputer die Finanzen

Auch ein Monopoly zum kommenden zweiten Eiskönigin-Film darf natürlich nicht fehlen

Bei Risiko Junior von Hasbro gibt es Piraten statt Armeen

Bei Plumber Pants müssen dem Klempner Werkzeuge zugesteckt werden, ohne nass zu werden

Drücke Eddi Stachels Igelnase, ohne dass seine Nerf-Gun-Stacheln rausfliegen

4 Gewinnt Action: Wirf Bälle in die Schächte, bis Du vier in einer Reihe hast

Affe Alfred muss im Benjamin Blümchen Brettspiel zum Film gefunden werden

Bayala von Schmidt Spiele ist das Spiel zu den Figuren von Schleich

Bei Jetzt mal ehrlich von Hasbro muss ein Lügendetektor ausgetrickst werden

Auch Stranger Things bekommt eine eigene Monopoly-Variante

Ein Remake des Star-Wars-Brettspiels von 1977 mit Tarkin-Sammelfigur

Die bekannte D&D-Starterbox mit Stranger Things Thema


Pest im Pott, das Spiel zur Sonderausstellung des Archäologie-Museums in Herne

Patsche schnell auf das richtige Monster in Monsterjäger von Schmidt Spiele

Auf den Spuren des Entdeckers: Humbolds Great Voyage von Huch

Bei Flying Kiwis von Huch müssen Plättchen in die Schachtel geschleudert werden

Hi Lo und Noch Mal so gut von Schmidt Spiele

Die Inseln im Nebel von Schmidt Spiele (nicht zu verwechseln mit dem Phileasson-Abenteuer!)

Kakerlaken-Sushi ist ein schnelle Reaktionsspiel von Drei Magier

Die Befreiung der Rietburg ist ein eigenständiges Kartenspiel im Andor-Universum

Villagers ist ein Aufbau-Kartenspiel von Kosmos

Würfel-WG, ein Spiel von Alexander Pfister und Marc-Uwe Kling (der mit dem Känguruh)

Harry Potter: Kampf um Hogwarts, ein Deckbuilding-Spiel von Kosmos

Es gibt kein Entkommen: Unzählige neue Exit-Spiele von Kosmos

Das dritte Adventure Game von Kosmos spielt auf einer Vulkaninsel

Marco Polo von Hans im Glück hat einen zweiten Teil erhalten

Nachschub für Keyforge-Fans: Kollidierende Welten bringt 2 neue Fraktionen

Erbgut an Bord! In Black Angel geht es auf mehreren Spielplänen durchs Weltall

God of War: Das Kartenspiel von Asmodee

Gen 7: Ein Legacy-Erzählspiel von Asmodee in den Weiten des Weltraums

Ins Unterbewusstsein von Dr. Strobal reist man in Komanauten von Asmodee

Aftermath von Asmodee, ein kooperatives Kampagnenspiel in der Welt von Maus&Mystik

Sword & Sorcery-Nachschub von Asmodee

In Yggdrasil von Ludonaute muss der Weltenbaum gegen Angreifer verteidigt werden

Res Arcana von Asmodee, ein Wettlauf-Kartenspiel vom Roll-for-the-Galaxy-Macher

Arkham Noire, ein Solo-Kartenspiel, bei dem Verbrechen geklärt werden müssen

Last Bastion von Asmodee, ein kooperatives Verteidigungs-Brettspiel mit bemalten Figuren

Machi Koro Legacy reichert das bekannte Karten-Würfelspiel um eine Legacy-Ebene an

Schnelles Einsatzteam, ein eigenständiges Brettspiel im Pandemic-Universum

Slide Quest, ein Geschicklichkeitsspiel für mehrere Spieler gleichzeitig in 20 Missionen

Baue den besten Kampfroboter in Moon-Bots von Asmodee

Finde den Verräter und entkomme der Bibliothek in Obscurio von Libellud

15 Men: Fraktionsbildung auf einem meutereibedrohten Piratenschiff

El Maestro: Male Bilder in die Luft, die Deine Mitspieler erkennen müssen

Coole Verpackung: Drunken Sailor, das Zeichenspiel um besoffene Seeleute, kommt in einer Holzkiste daher

Die Rückkehr eines Klassikers: Fireball Island gab es vor 30 Jahren schon einmal

Decrypto Laser Drive: Begrifferaten mit Silberscheiben

Zombie Kidz, das angeblich erste Legacy-Spiel für Kinder

Naga Raja, ein Kartenspiel um Artefakte und Dungeons von Bruno Cathala

Uxmal: Kämpft um das Ansehen der Götter

Deep Blue ist ein Push-your-Luck-Familienspiel rund ums Schatztauchen

Zug um Zug nun auch in der London-Variante

Nachschub für Unlock!

Betrayal at House on the Hill erscheint nach 15 Jahren erstmals auf deutsch

Wo ist der Eifelturm hin? Victorian Masterminds erzählt von Steampunkt-Superschurken

Star Wars Outer Rim erscheint ebenfalls erstmals auf deutsch

The King's Dilemma: Schwere Entscheidungen für den König
 
Pirates under Fire: Ein taktisches 2-Spieler-Piraten-Kartenspiel

Farm Rescue: Ein Memory-Spiel mit anfangs aufgedeckten Karten

Florenza Würfelspiel: Die Würfel-Variante des komplexen Kennerspiels

Banana Bandido: Ein weiteres Kartenspiel von den Belratti-Machern

Aus aktuellem Anlass: From Idiot to President, ein Brettspiel über amerikanischen Wahlkampf

Portolano: Schiffs-Warenhandel im 16. Jahrhundert von A-Games

Um glückliche Kinder auf dem Spielplatz geht es in Grund von A-Games

Bei Age of Dirt von WizKids müssen die Arbeiter durch einen Würfelturm 
Im post-apokalyptischen Flotilla von WizKids wechselt man in einen anderen Spielmodus



Für Laser, die Katze, müssen die richtigen Farben mit Prismen gemischt werden

In Merlin's Beast Hunt baut man Käfige aus durchsichtigen Karten und Würfeln

50 Party-Minispiel-Herausforderungen stecken in Nice Try von NiceTryGames

Die besten Karten versucht man sich in Envyra gegenseitig wegzuschnappen

Fantastisches Terraforming mit farbigen Würfeln in Myraclia

Platziere viktorianische Charaktere in London in Nanty Narking von Martin Wallace

Werde der beste Kunstmäzen in La Stanza von Quined Games

Baue in Chicago 1875 die Stadt nach dem Feuer zu neuer Größe wieder auf
 
Memory für Fortgeschrittene: In Little Dragons müssen Eier gesammelt werden

In Ninja Night von Blue Orange sind wir als Ninja-Azubis unterwegs um Aufträge zu erfüllen

Wer schon beim zusammenfalten eines Falk-Plans verzweifelt wird Mapigami hassen

Um das Erbe von Pappy Winchester anzutreten, muss das beste Land gekauft werden

Baue eine Zivilisation in Bronze auf - jetzt auch auf deutsch

Funkenschlag von Friedemann Friese bekommt eine Erweiterung für den Mittleren Osten/Südafrika

Space-Invaders-Erinnerungen kommen bei Feuer Frei! von Friedemann Friese auf

In Traffic Jam  basteln wir uns mit Handkarten unseren eigenen Stau

Bis zu 13 Monster treten in Godzilla Total War gleichzeitig gegeneinander an

Mal was anderes: Bastle Dir in Alien Perfect Organism die perfekte Alien-Königin

Inseln entdecken in Karekare, Stadtbeleuchtung in Paris: La Cité de la Lumière

Nur als Vorab-Exemplar zu sehen: Nerd Quiz

Die geniale DSA5 Einsteigerbox Das Geheimnis des Drachenreiters von Ulisses

Erreiche als Erster lebend den Betonsarkophag von Chernobyl in Zona

Veranstalte die beste Show in The Magnificent

Auch Das Wirtshaus zum Schwarzen Keiler für Aventuria gab es zu sehen

Einsteigerbox, Wirtshaus und Steinernes Schiff: Ulisses war stark vertreten!

Sarah's Vision, ein kooperatives SciFi-Geschichten-Spiel im 22. Jahrhundert

Die Neuauflage des Klassikers Mississippi Queen

Gewürztransport im 17. Jahrhundert in The Dutch East Indies

Ein mal abhängen und rumtragen lassen in Faultier von Friedemann Friese

In Board Game Cafe Frenzy wird im Kampf um das beste Spiele-Cafe mit Karten und harten Bandagen gekämpft
 
In Skytopia werden Maschinen gebaut, das Zahnrad entscheidet über den Preis

Aufsteigende Spielkarten und Unterwasserstädte gibt es in Aquatica

Boah, so langsam wird das mit den Bildunterschriften echt langweilig

Liest hier überhaupt noch jemand mit?

Ob wohl auffällt, wenn ich ab jetzt einfach mit den Bildunterschriften aufhöre?

Das sind eh viel zu viele Bilder...

Und ich möchte echt mal langsam ins Bett gehen!

Also wird dies endgültig die letzte Bildunterschrift.

Wirklich. Jetzt kommt kein Text mehr.

Du kannst aufhören hier weiterzulesen.

Das ist echt Zeitverschwendung.

Du solltest den Computer jetzt langsam mal ausmachen.

Lies besser ein Buch.

Oder fahr Fahrrad.

Oder wasch Dein Auto.

Oder koch Abendessen.

Oder mach eine Funk-Band auf.

Oder fahr in ein fremdes Land.

Oder werde Bundeskanzler.

Oder bring Muscheln das Korbflechten bei.

Oder verbanne Borbarad in den Limbus.

Egal was Du tust: Weitere Bildunterschriften gibt es jetzt nicht mehr.

























































































































Puh. Das war's! Kann mich gar nicht erinnern, soooo viele Fotos gemacht zu haben. Kein Wunder, dass mein Handy bereits um vier Uhr kurz vorm  Ende des Akkus war. Ich hoffe, Ihr konntet noch das ein oder andere Spiel in der unüberschaubaren Bilderflut entdecken. Und dass Ihr Euch beim Weiterscrollen der Fotos keine Sehnenscheiden-Entzündung zugezogen habt. Wer diese keinesfalls vollständige Übersicht einiger Messe-Neuheiten gesehen hat, wird verstehen, warum es mittlerweile nicht mehr "den einen" Favoriten der Messe gibt. Es ist einfach verdammt schwer, aus dieser Auswahl an guten Neuheiten hervorzustechen. Eindrucksvoll ist aber allemal, was aus der ehemals kleinen Veranstaltung in der Essener Volkshochschule mittlerweile geworden ist.

Die Party

Mittlerweile war es Zeit geworden, sich auf den Weg nach Düsseldorf zu machen, um Ina Kramer abzuholen. Für alle, die sie nicht kennen: Ina war die Frau von DSA-Erfinder Ulrich Kiesow und war in den Anfangstagen von DSA eine der aktivsten Illustratorinnen, Schöpferin der farbigen Landkarten mit 3D-Effekt und Autorin von bisher(!) vier DSA-Romanen, einem Abenteuer und diversen Kurzgeschichten, die besonders durch ihre dichte Atmosphäre und reiche Sprache zu gefallen wussten. Ina und ich sind seit unserem letztjährigen Interview im Mail-Kontakt geblieben und befreundet, und ich hatte nun schon mehrfach das Vergnügen, sie in ihrer historisch wertvollen Wohnung (hier fanden zahllose Spielsitzungen statt, erblickten klassische Meisterpersonen das erste Mal das Licht der Welt) besuchen zu dürfen. Als ich von der 35-Jahre-DSA-Party erfahren hatte, war mir klar, dass Ina unbedingt als “prominenter” (sofern man in unserer kleinen Rollenspiel-Filterblase von prominent reden kann) Ehrengast dabei sein musste. Und da Ina nicht grundsätzlich abgeneigt war, und ich ihre Zusage schon an Ulisses weitergegeben hatte, mussten ich die Fahrt nach Düsseldorf jetzt auch trotz Pusteln und Ansteckungsgefahr durchziehen.

Die frühe Abfahrt ermöglichte eine entspannte Ankunft in Düsseldorf-Gerresheim, sodass ich mich von Ina noch mit Apfelsaft und Schokolade verköstigen lassen konnte. Da wir nicht die ersten auf der Party sein wollten, nutzten wir die Zeit, um noch durch die sehr schön gewordene Aranien-Box zu blättern, ohne uns jedoch als absolute Aranien-Unkundige ein wertendes Urteil erlauben zu können. Wir waren uns nur beide einig, dass uns trotz moderner und schön gestalteter Aranien-Landkarte die alten Karten von Ina mit ihren sanft rollenden Hügeln immer noch besser gefallen...

Mein Party-Outfit mit selbstkreiertem T-Shirt

Und dann ging es zurück auf die Autobahn, über Inas neuen Roman, die kommende Party und diverse Anekdoten aus den DSA-Frühtagen quatschend. Wir fanden einen Parkplatz in einem Innenstadt-Parkhaus, liefen dann fast in das falsche Hotel (man sollte die ausgeteilte Party-Adresse auch genau lesen), und traten dann in den noblen Essener Hof ein, wo wir schon auf dem Gang von einer fröhlichen Gruppe von Ulisses-Mitarbeitern rund um Community-Manager Jens Ballerstädt empfangen wurden. Auch der Saal war schon gut gefüllt mit unzähligen bekannten und unbekannten Gesichtern, und so begann ich die Runde zu machen, um Ina einige der Leute vorzustellen. Verlagschef Markus Plötz kannte Ina noch von früher, den Grolm nur von seinem Auftritt in der DSA-Doku. Chefredakteur Niko Hoch, dessen Namen ich stets falsch schreiben und mit dem Orkenspalter-TV-Nico verwechseln möchte, wusste sie sogleich richtig zu schreiben. Bloggerkollege Engor, der sich auch schon öfter als Kramer-Fan herausgestellt hatte, erzählte Ina, dass Der Zorn des Bären zu seinen Lieblingsabenteuern gehört. Zwei oder drei Fans wollten Ina direkt selbst begrüßen und ein paar Sachen signieren lassen. Bestimmt hielt ich der armen Ina in den nächsten Minuten auch noch zahlreiche andere Gesichter vor die Nase, die sie nicht kannte und deren Namen sie sich auch unmöglich alle merken können würde, und ich hoffe, ich habe es meiner Euphorie nicht übertrieben und ihr den halben Saal vollgestellt.

Denn, soviel steht fest: Es war ein kleines DSA-Klassentreffen! Um jedem der ca. zehn Stehtische hatten sich DSA-Fans versammelt, von denen ich gefühlt die Hälfte wenn auch namentlich, so doch von diversen KRKs oder sonstigen Cons kannte. Fenya, Christian, Thorsten, Heike, Marcel, Dennis, Björn, Debbie, Johannes, Jasmin, Steff (in sehr kleidsamen Anzug), Daniel Simon Richter als weiterer bekannter Autor... die Liste der vertrauten Gesichter ist viel zu lang, um von mir aus dem fiebergeschwächten Gedächnis vollständig wiedergegeben werden zu können. Und doch wird hoffentlich klar, dass es eine Freude war, dermaßen viele nette Leute wiederzutreffen.

Werner Fuchs, Ina Kramer und Niko Hoch (von links)

Um nicht mit noch mehr Namen konfrontiert zu werden, ließen Ina und ich uns von Markus Plötz ein Getränk spendieren. Ich hatte schon etwas Angst, dass Ina niemanden kennen würde, mit dem sie reden könnte, als plötzlich aus heiterem Himmel Werner Fuchs samt Gattin und den Töchtern mit Anhang auftauchte, und sogleich für Leben in der Bude sorgte. Wir redeten kurz über Inas Roman Greetja, und auch wenn  Werner von den Verkaufszahlen des nicht-kanonischen Romans Da'Jin'Zat berichtete und uns damit sehr ernüchterte (daher: Ihr müsst mehr DSA-Bücher kaufen, Leute!), sollen wir ihm das Manuskript doch einfach mal zusenden. Auch Niko Hoch ließ sich zumindest darauf ein, ihm mal einen Pitch (eine Kurzzusammenfassung des Romans) zukommen zu lassen - mal sehen, ob wir bei dem einen oder anderen Verlag Chancen auf Veröffentlichung haben.

Schließlich tauchten auch noch Mháire und Nico von Orkenspalter TV auf, und auch wenn sie bereits den ganzen Tag auf der Messe gedreht hatten, holten sie auch hier sogleich die Kameras heraus, um die Feiernden auf Film zu bannen und ein paar Interviews einfangen zu können. Ich konnte ein Interview mit dem Hinweis auf mein viel zu verpusteltes Gesicht gerade noch abwenden, und auch mit Ina ist soweit ich das mitbekommen habe leider kein vollständiges Interview entstanden. Aber dafür war hier auch nicht der richtige Ort - schließlich war hier Party angesagt!


Fans und Autoren auf der 35-Jahre-Party

Um etwa Viertel vor acht eröffneten Markus Plötz und  Jens Ballerstädt mit kurzen Ansprachen das Kuchenbuffet, während ich nach draußen eilte, um meinen Kumpel Christoph in den richtigen Saal zu lotsen. Und so hatte ich endlich Gelegenheit, die Party etwas zu genießen: Mit Leuten zu quatschen, von Tisch zu Tisch zu wechseln, mir noch etwas zu trinken und später eine Currywurst mit leckerem Thai-Curry-Pulver zu genehmigen, und endlich etwas von den Anstrengungen des Tages herunterkommen zu können. In mein Gratulationsbuch, das ich auf einem der Stehtische platziert hatte, wurde fleißig geschrieben, Ina plauderte mit ihrer Schwägerin, und Christoph war sogleich mit der Ruhrgebiets-Truppe um Marcel und Thorsten ins Gespräch gekommen.

Die offizielle DSA-Geburtstagstorte (Foto: Ulisses Spiele)

Sprich: Es war eine echt coole Party! An Gerüchten brachte ich noch in Erfahrung, dass Marcel an der Fortsetzung einer sehr erfolgreich in diesem Jahr erschienenen Spielhilfe schreibt, und Johannes und Christian bei einer zukünftigen Publikation Gelegenheit bekommen werden, um ein paar bekannte Meisterpersonen ins Nirvana zu schicken. Jasmin machte ich anscheinend eine große Freude, als ich ihr erzählte, dass mir gestern partout ihr alter Vorname nicht mehr einfallen wollte - wie gut, wenn man wie ich langsam alt und vergesslich wird, und damit anderen Menschen eine Freude machen kann!

Das geplünderte Kuchen-Buffet

Nach sehr kurzweiligen zwei Stunden machten Ina und ich uns wieder auf den Weg, weil Inas Hund Elfi nicht so lange allein zu Hause bleiben soll, und um ehrlich zu sein, war ich auch dermaßen müde, dass mir die Aussicht auf ein Ende des langen Messetages eigentlich sehr willkommen war. Und so lieferte ich Ina wieder in Düsseldorf ab, und fuhr erschöpft, aber glücklich zurück nach Bochum, wo ich kurz nach elf todmüde ins Bett stürzte.

Mein Fazit des Tages: Geil! Trotz der unseligen Krankheit, die mir die Messevorbereitung komplett versaut hatte, trotz der Erschöpfung und Mattheit, mit der ich mich durch die Messehallen schleppte, war es ein genialer Tag, voll mit netten Menschen, spannenden Spielen und unvergesslichen Eindrücken. Danke an alle, die trotz der Ansteckungsgefahr mit mir geredet haben - ich hoffe, dass es keinen von Euch auch erwischt hat. Ich danke Ina dafür, dass sie mich zur Party begleitet und mal wieder eine sehr angenehme Gesprächspartnerin auf der Fahrt war. Ulisses gebührt großer Dank für das Ausrichten und Finanzieren der tollen Party, und dafür dass sie unser Lieblingsrollenspiel weiter höchst erfolgreich am Leben halten. Ich danke meinen Eltern, meinen Kollegen, meinem Produzenten, meinem Frisör....

Moment... der Artikel ist doch noch gar nicht vorbei!

Der Samstag

Ein Tag auf der Essener Spielemesse gehört zu den tollsten Erfahrungen des Jahres, und es gibt nur wenig, dass besser ist. Außer natürlich zwei Tage auf der Spielemesse! Daher war es klar, dass mich schon nach einem Tag Erholung erneut die innere Unruhe packte, und ich Frau und Kinder zu einem Ausflug überredete. "Schatz, wie wäre es zum Beispiel... mit dem Grugapark?" (möglichst-unschuldigen-Blick-aufsetzend). Und so kämpften wir uns durch die Staus gen Essen und fanden nach einer halben Stunden Rumkurverei tatsächlich einen Parkplatz, der nur 10 Minuten vom Grugapark entfernt lag. Wir schafften es aber gar nicht mehr zum Park, sondern blieben einfach auf dem erstbesten Spielplatz, den wir fanden. Die Kinder spielten bis es Mittag war, wir gingen irgendwo in Rüttenscheid in ein türkisches Restaurant zum Mittagessen, und als alle so richtig schön müde und fertig fahren, setzte ich alle ins Auto, verabschiedete mich - und setzte mich dann schnurstracks zur Messe ab! Juchu!

Nachdem ich am Donnerstag alles einmal oberflächlich durchwandert hatte, beschloss ich diesmal etwas geordneter durch die Hallen zu streifen, und begann mich systematisch durch alle Gänge der Rollenspiel-Halle 6 zu arbeiten. So fand ich diesmal auch den Stand von Erdenstern, der sehr genialen Musik-Gruppe, die seit vielen Jahren konsequent gute generische Rollenspielmusik aufnimmt und vertreibt. Neben Ralf Kurtsiefer macht Erdenstern für mich die beste Rollenspielmusik, und auch wenn ich bisher schändlicherweise nur ihre bisher erschienenen DSA-Soundtracks kenne, liebäugle ich schon lange damit, irgendwann auch mit der "Into the..."-Reihe anzufangen, die einen sehr guten Ruf genießt. Für heute sollte es aber erstmal das frisch erschienene Album Lignum sein, das wohl an thematisch an das vor 15 Jahren erschienene erste Album Into the Green anknüpft und Musik aus den Wäldern bietet. Was in Anbetracht unserer bevorstehenden Sternenträger-Kampagne natürlich ideale Begleitmusik ist. Ich werde berichten, wenn ich die CD durchgehört habe. In jedem Fall war es wieder sehr nett mit Eva-Maria zu plaudern und meiner Enttäuschung über das letztes Jahr gescheiterte Live-Konzert-Crowdfunding Ausdruck zu verleihen. Und ihre tolle DSA-Musik, insbesondere den Herokon-Soundtrack, zu preisen. Es freut mich sehr, dass anscheinend noch andere meine Begeisterung für die Band teilen und Lignum im Verlauf der Messe komplett ausverkauft wurde.

Lignum, die neue CD von Erdenstern

Ein Stand, den ich ebenfalls vorgestern gesucht und nicht gefunden hatte, war der von Kraken Wargames, wo ich die im Zuge des Hüne-Spieltisch-Crowdfundings produzierten DSA-Game-Mats begutachten wollte. Prinzipiell bin ich Dank meiner Aventurien-Tischdecke und der auf der letztjährigen RatCon verkauften PVC-Aventurien-Landkarte schon ganz gut ausgestattet, wollte den beiden neuen Matten aber wenigstens eine Chance geben mich zu begeistern. Leider trafen die beiden Matten (die zu vergünstigten Messepreisen von 50 und 65 € verkauft wurden) immer noch nicht ganz meinen Geschmack, da man zum einen viel zu wenige Details wie Städtenamen erkennen kann, und mir zum anderen der Grafik-Stil der Steffen-Brand-Karte immer noch nicht so zusagt wie die klassische Ina-Kramer-Landkarte (sorry, Steffen, ich bin da befangen!). Daher verzichtete ich auch diesmal auf einen Kauf. Wer aber noch keine solche Spielunterlage besitzt und an der neuen DSA5-Landkarte Gefallen findet, der kann die beiden Game Mats auch noch jetzt im Webshop von Kraken Wargames für 60 (6x3 Fuß, 182x91 cm) bzw. 75 € (6x4 Fuß, 182x122 cm) bestellen.

Sehr nachdenklich wurde ich, als ich an einem recht trostlosen Stand in einer Ecke irgendwo zwischen Halle 5 und 6 vorbeikam, der 3D-Drucker verkaufte. Und zwar nicht irgendwelche 3D-Drucker, sondern den Elegoo Mars, einen Resin-Drucker, von dem ich schon vor eine paar Wochen einen sehr spannenden Testartikel gelesen hatte, und der wirklich hervorragende Ergebnisse liefert (man konnte sich am Stand anhand einiger Miniaturen davon überzeugen). Zwar befinde ich mich bereits im Besitz eines Filament-3D-Druckers, den ich aber mittlerweile so kaputtjustiert habe, dass ich schon seit Ewigkeiten keinen vernünftigen Druck mehr damit hinbekommen habe. Ob ich mich jetzt also auf das Abenteuer Resin-Druck einlassen sollte? Glücklicherweise war der Karton zu sperrig zum Transport in der U-Bahn, und mein Portemonnaie bereits zu leer, sodass ich vorerst auf den Kauf des Druckers verzichtet habe. Wie gesagt: vorerst...

Direkt neben dem Durchgang zur Galerie in Halle 2 hatte Burst seinen Stand aufgebaut, die bekanntlich seit einiger Zeit das Großhandels-Geschäft von Ulisses übernommen hatten und an ihrem Stand recht prominent die DSA5-Einsteigerbox Das Geheimnis des Drachenritters feilboten - um ehrlich zu sein sogar prominenter als Ulisses selbst, die die Box irgendwo zwischen den anderen Artikeln untergehen ließen. Ich schnappte mir einen der Mitarbeiter und erfuhr, dass sich die Box anscheinend recht verkauft - ein Eindruck, der sich auch mir bot, da in den zwei Minuten, die ich am Stand verbrachte, direkt zwei Einsteigerboxen über die Ladentheke gingen. Ich will es Ulisses von Herzen wünschen, dass sich die Box gut verkauft - es steckt eine Menge Herzblut drin, und das Ergebnis kann sich auch sehen lassen. Schade, dass es nicht für eine etwas größere Marketing-Kampagne zur Akquirierung neuer DSA-Spieler gereicht hat.

Ein Spiel, dass ich so gar nicht auf dem Schirm hatte (Kunststück, ich war ja schlecht vorbereitet) war das Kartenspiel Die Crew von Kosmos, ein kooperatives Stichspiel mit eingeschränkter Kommunikation und Legacy-Elementen. Das Spiel wäre mir vollkommen entgangen, wenn es nicht aufgrund zahlreicher guter Bewertungen die Wertungsliste der Fairplay Scoutaktion angeführt hätte. Für unter 13 € kann man damit wohl nicht viel falsch machen, und ich hoffe, dass es bei unserem nächsten Brettspiel-Abend in zwei Wochen auf den Tisch kommt.

Die Crew von Kosmos: Stichspiel mit Legacy-Elementen

Ebenfalls ein kleines günstiges Kartenspiel ist Anubixx von NSV, ein Roll-and-Write-Spiel mit Ägypten-Thematik, bei dem man seine Würfel in einem von drei Bereiche seines Wertungsblocks  gewinnbringend einsetzen muss. Eine ziemlich banale Mischung aus Imhotep und Qwixx - für 8 € konnte ich einfach nicht dran vorbeigehen. Eine erste Spielrunde haben meine Frau und ich auch schon hinter uns. Nichts besonders anspruchsvolles und für Strategen wohl auch viel zu glückslastig - aber immerhin habe ich gegen meine Frau gewonnen, und somit kann das Spiel nicht gänzlich schlecht sein!

Anubixx: Ein Roll-and-Write-Absacker mit Imhotep-Anleihen

Aus mir nicht näher erklärlichen Gründen sprach mich das Spiel Die Befreiung der Rietburg von Kosmos genug an, um mir ein Exemplar zu gönnen. Man muss dazusagen: Ich bin nicht der größte Andor-Fan unter der Sonne, habe aber immerhin den ersten Teil seinerzeit recht begeistert gespielt (auch wenn glaube ich immer noch eine der fünf Legenden ungespielt auf mich wartet), und finde das Konzept und das Grafikdesign der Spielereihe immer noch sehr sympathisch. Und da der Test in der Spielbox auch recht wohlwollend ausgefallen ist, werden wir wohl bald wieder Monster in Andor plätten gehen....

Die Befreiung der Rietburg von Kosmos: Ein kooperatives Kartenspiel im Andor-Universum

Einer der traditionell am heißesten umlagerten Verkaufsstände auf der Messe ist seit jeher der Heidelberger-Stand, dessen Schlange mir aber für gewöhnlich viel zu lang ist. Diesmal hielt sich die Wartezeit aber in Grenzen, und so wagte ich es mal wieder einen Blick in den Laden zu werfen, hatte ich doch das Spiel Holding On - Das bewegte Leben des Billy Kerr von Hub Games vom letzten Jahr dort entdeckt, das ich mir eigentlich schon lange kaufen wollte. Auch wenn es sicherlich kein spielerisches Highlight ist, finde ich die Prämisse doch hochspannend: Es gilt, den im Krankenhaus liegenden Billy Kerr so lange am Leben zu halten, bis man hinter das Geheimnis seiner ungewöhnliche Lebensgeschichte gekommen ist. Es ist also mehr ein einmaliges besonderes Spielerlebnis als herkömmliche Spiele, und für gerade einmal 15 € konnte ich das Spiel nicht liegenlassen. Ich bin auf die Geschichte und die Umsetzung sehr gespannt.

Holding On: Ein ungewöhnliches Brettspiel über den Tod und das Leben

Und das war es auch schon was meine Neuanschaffungen angeht: Zwar wäre in meinem genialen Die-Schwarze-Katze-Rucksack aus dem gleichnamigen Crowdfunding noch locker Platz für ein halbes Dutzend weiterer Spiele gewesen, konnte ich mich doch für kein weiteres Spiel entscheiden. Gerne hätte ich mir noch das Minecraft-Brettspiel von Ravensburger mitgenommen, das aber bereits ausverkauft war und mir daher die Kaufentscheidung abnahm. Auch Machi Koro Legacy hätte ich mir gerne geholt, ließ mich aber von der viel zu langen Schlange am Asmodee-Stand abschrecken. A Fistful of Meeples von Final Frontier Games klang auch noch sehr spaßig, war am Samstag aber ebenfalls radikal ausverkauft.

Und so schlurfte ich mit meinen Einkäufen langsam Richtung Ausgang. Für meine Kinder nahm ich noch eine Packung Leucht-Legosteine mit (die auch sehr gut ankamen und schon in diversen Kugelbahnen verbaut wurden), bevor mich die U-Bahn wieder Richtung Heimat trug.

Das Fazit

Wie in jedem Jahr kann auch 2019 auf die Frage, wie es einem auf der Messe gefallen hat, nur mit einem zufriedenen Grinsen geantwortet werden. Die Spiel ist einfach cool! Punkt. Die schönsten vier Tage des Jahres, mit insgesamt über 200.000 Besuchern aus aller Welt, die gemeinsam gen Essen strömen, um am Spieltisch zu sitzen, zu Würfeln, Karten zu ziehen und Meeple zu bewegen, und insgesamt einfach nur eine tolle Zeit mit Tausenden Gleichgesinnten verbringen wollen. Die Zeit der großen Neuheiten scheint aber vorbei zu sein: Wie schon in den letzten Jahren fällt es mir im Angesicht der fast nicht mehr zählbaren Neuheiten schwer, einen Favoriten zu identitfizieren, geschweige denn einen zu finden, der dem Großteil der Masse gefällt. Es gibt einfach zu viele gute Spiele, und das ist grundsätzlich doch auch gut so.

Wie jedes Jahr hatte ich einen Heidenspaß beim Durchstöbern der Hallen, beim Plausch mit alten und neuen Bekannten, beim Entdecken von Geheimtipps und beim Kaufen von viel zu vielen Spielen, die ich nur mit Müh und Not bis zur Spiel '20 durchspielen können werde. Ich danke dem Friedhelm-Merz-Verlag dafür, dass ich auch in diesem Jahr einen Presseausweis erhalten habe und privilegiert von der Neuheitenschau berichten und unter der Halle parken durfte. Der einzige Kritikpunkt an der Messe, den ich wie jedes Jahr böse äußern muss, ist, dass die Messe nach vier Tagen schon wieder endet und uns mitleidslos zurück in den schnöden Alltag wirft.

Kann nicht einfach an 361 Tagen im Jahr Spielemesse sein, mit vier Tagen Pause dazwischen? Und selbst diese vier Tage wären noch zu lang...

Kommentare

  1. Ohje, ich reserviere dir einen weiteren Stift. Und vielleicht hat sich ja jemand sehr über den anderen gefreut. Angesteckt habe ich mich nicht, dein Glück :D
    Bis zum nächsten mal!

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    1. Du bist zu gut, Fenia, aber das ist Perlen vor die Säue! Ich verliere den bestimmt sowieso wieder. Ich würde ihn nur als Ausrede durchgehen lassen, dass man sich auch auf einer kommenden Convention wieder treffen kann - dann auch hoffentlich ohne Hand-Mund-Fuß, Flinken Difar oder Duglumspest! Es war schön Euch mal wieder zu sehen, und ich danke für's Lesen der Textwüste!

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  2. Hallo Kai,
    vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht und für die positive Erwähnung meiner Person. :-)
    Bestimmt sehen wir uns auch auf der Spiel 2020, denn auch ich war von der Messe begeistert.
    Komischerweise hat das Spiel "Die Befreiung der Rietburg" mich ebenfalls angesprochen. Es hat einfach ein gelungenes Layout! Bin zwar kein echter Andor-Fan, aber zumindest der Andor-Roman von Stefanie Schmitt hat mir sehr gefallen.
    Viele Grüße

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    1. Es war echt nett Dich kennenzulernen, ich lese Deine Nandurion-Artikel ab jetzt auch viel motivierter, wo ich weiß, wer dahinter steckt! ;-)

      Ja, es ist eigentlich schlimm, dass ich stets eher von optischen Werten eines Brettspiels als vom dahinter liegenden Spielprinzip angefixt werde. Vielleicht kaufe ich daher auch viel lieber DSA5-Sachen als DSA4.1...

      Ich hoffe, wir sehen uns noch vor der Spiel '20 irgendwo!

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  3. Und kann es sein, dass du bei den Spielevorstellungen eine Bildunterschrift vergessen hast?

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    1. Ähhhh.... ich habe vermutlich über 150 Bildunterschriften "vergessen", sprich: Ich hatte nach zwei Tagen Bild-Beschriftung-Erstellen keinen Bock mehr und habe den Rest einfach weggelassen. Sonst wäre der Messebericht vermutlich erst kurz vor der Spiel '20 fertiggeworden... ;-)

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  4. Gerald aus Hessen31. Oktober 2019 um 15:16

    Hallo Kai,

    auch ich habe mich bei der Party nicht bei Dir angesteckt - die Handschuhe haben also offensichtlich genutzt, auch wenn Du scheinbar den ganzen Abend auf dem Trockenen gesessen hast.

    Hat sich Ina Kramer auch wohl gefühlt? Das war so ein wenig Deine Sorge...
    Dafür (für den Chauffeur-Dienst) übrigens vielen Dank - ich fand es sehr schön, Ina Kramer einmal persönlich kennen zu lernen. Wird sie vielleicht auch mal wieder zu anderen Gelegenheiten in die Öffentlichkeit treten? Denn leider sind mir erst hinterher ein paar sinnige Fragen eingefallen ...

    Und es war schön, Dich mal persönlich kennen zu lernen. Vielleicht treffen wir uns dann ja doch noch in Dreieich.

    Bis dahin - gehab Dich wohl und vielen Dank für den schönen Artikel zur SPIEL 2019.

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    1. Da bin ich beruhigt - wieder ein DSA-Fan weniger, der mich nun aufgrund von Pusteln überall auf seinem Körper hassen könnte! Meine Sorge, dass es für Ina vollkommen langweilig und anstrengend werden würde, wurde zumindest mit der Ankunft ihres Schwagers Werner und ihrer Schwägerin Angelika etwas gelindert, und auch wenn wir im Endeffekt nur zwei Stunden auf der Party waren, haben wir - glaube ich - beide unseren Spaß gehabt. Danke Dir für das Gespräch mit Ina, ich war sehr froh, dass Du und noch ein paar andere Fans sich getraut haben sie anzusprechen. Ich glaube allerdings nicht, dass dies nun der Beginn einer großen Auftrittsreihe auf KRK, RatCon oder ähnlichen Veranstaltungen sein dürfte - dafür liebt Ina es viel zu wenig im Rampenlicht zu stehen. Wenn Du noch Fragen an Ina hast: Immer zu, schreib sie mir oder im Orkenspalter-Forum, und ich werde sie an Ina weiterleiten. Ob ich es endlich mal nach Dreieich schaffe, weiß ich noch nicht genau - ich hoffe aber ja! Bis dann, und danke für's Lesen und das nette Gespräch!

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