Jahresrückblick 2020

Home-Office, Online-Cons, Klopapier-Engpässe - der Corona-Virus hat unser Leben im letzten Jahr ziemlich durcheinander gewirbelt. Umso mehr ein Grund, selbstreflektiv auf die vergangenen 12 Monate zurückzublicken, sich an den schönen Erinnerungen und Produkten zu erfreuen und über die eher unschönen Dinge nachzudenken. Folgt dem Schelm auf seiner nachdenklichen Reise auf Satinavs Spuren in das Doppel-Patzer-Jahr 2020.

Die Pandemie

Eigentlich fing ja alles ganz harmlos an. Ja, auch wenn manche amerikanische Präsidenten und andere Idioten das Gegenteil behaupten, wusste man schon im Januar, dass sich da in China irgendwas anbahnte. Die ersten Nachrichten stammten noch aus den letzten Dezembertagen. Irgendwas mit einem Virus, von irgendeinem Markt in Wuhan. Irgendwelche wirren Vermutungen, dass jemand Fledermäuse verspeist habe. Kurios, spannend, aber doch sehr, sehr weit weg. Immerhin haben wir in den letzten Jahrzehnten schon einige Pandemie-Säue durch's Dorf getrieben, und immer war neben einer Nachrichtenflut nicht viel am persönlichen Leben jedes Einzelnen hängen geblieben. AIDS, Rinderwahnsinn, SARS, Vogelgrippe, Schweinegrippe, EHEC, Ebola - ja, das alles hat mich von meiner Jugend bis heute irgendwie als Stichworte in der Tagesschau begleitet. Und Outbreak war damals vor 25 Jahren auch echt ein verdammt spannender und furchteinflössender Film. Aber eben nur ein Film. Nicht das reale Leben. So richtig bedroht gefühlt habe ich mich nie, wenn wieder irgendwo irgendein Bauer Tausende Rinder, Hühner, oder Schweinen notschlachten musste. Mein Fleisch kam immer zuverlässig aus dem Supermarkt. Was sollte mich das also interessieren?

Doch diesmal war alles irgendwie anders. Die ersten Infizierten tauchten in anderen Ländern auf, Ende Januar war es dann auch bei uns soweit. Irgendwo in Bayern, bei einem Autozulieferer. Mitte Februar dann diese Karnevalsfeier im Landkreis Heinsberg, die Einschläge kamen näher. Spätestens Ende Februar dürfte jedem klar geworden sein, dass wir diesmal nicht völlig unbeteiligt aus diesem Pandemie-Thema rauskommen würden.

Als ich Anfang März spontan zum WeltenWerker-Konvent nach Gießen fuhr, war mir der Corona-Virus nur eine kurze Erwähnung in einem Nebensatz meines Con-Berichts wert, und es ist in der Retrospektive zutiefst angsteinflößend, wie naiv und unbedarft wir damals - als das Virus schon längst in deutschen Lungen wütete - ohne Abstand, Maske und Sorgen durch die teils engen Messehallen strömten. Diese Unbekümmertheit sollte schon sehr, sehr bald vorbei sein.

Schon eine Woche später, am namenlosen Freitag den 13. März, sollte der Kaiser-Raul-Konvent 2020 starten, und die Ereignisse begannen sich im Vorfeld zu überschlagen. Am 12. März wurden vom Bundesland Hessen alle Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern untersagt, wenige Stunden vor der Eröffnung stellte Ulisses allen Teilnehmern frei, ob sie von der Veranstaltung zurücktreten wollen. Die drei angekündigten Ehrengäste, Werner Fuchs, Ina Kramer und Britta Neigel, sagten ihre Teilnahme wegen der Infektionsgefahr ab, und auch ein gutes Viertel der normalen KRK-Besucher blieben lieber zu Hause. Noch während des Konvents wurde am 15. März die Veranstaltung abgebrochen, da die hessische Landesregierungen alle Events mit mehr als 100 Teilnehmern untersagt hatte. Damit endete der KRK, und für uns alle vorerst die unbeschwerte Zeit.

Die kommenden Wochen wurden unser aller Leben auf den Kopf gestellt: Plötzlich fanden sich viele Menschen im Home-Office oder in Kurzarbeit wieder, Kindergärten und Schulen wurden geschlossen, ganz Deutschland und andere Länder gingen in den Lockdown. Von heute auf morgen waren die Straßen, auf denen sich sonst jeden Morgen ellenlange Staus bildeten, plötzlich leer, Einkaufen von Nudeln und Klopapier wurde zum Abenteuer. Überhaupt: Unter Menschen gehen wurde zum Abenteuer! Am besten blieb man direkt zu Hause!

Natürlich ging diese Entwicklung auch gerade an uns Rollenspielern nicht spurlos vorbei. Auch wenn unsere Spezies generell vermutlich eher als tendentiell nerdig, computeraffin und eigenbrödlerisch gelten dürfte, mussten auch wir uns erstmal mit Chat-Programmen, Würfel-Bots, virtuellen Spieltischen und der vollständigen Abwesenheit von geteilten Chipstüten und Süßigkeitenberge herumschlagen. Nicht immer hat dabei der Übergang von realen zu virtuellen Spielsitzungen reibungslos geklappt. Doch dazu später mehr.

Kurzum: Wir alle haben kein leichtes Jahr 2020 hinter uns, und Dank potentiellen finanziellen Sorgen in Folge des Lockdown, Lagerkoller nach Monaten mit der Familie zu Hause eingesperrt zu sein und der Restriktionen, die reale Treffen erschwerten oder unmöglich machten, war es ein derartig anstrengedes Jahr, dass zu hoffen steht, das wir davon hoffentlich nie ein zweites durchleben müssen.

Aber genug der allgemeinen Corona-Worte - dieses Thema hat uns wahrlich lange genug beschäftigt, und auch die kommenden Monate (Jahre?) werden wir dieses nervige Virus noch häufig genug überall erwähnt hören. Daher hier erst einmal - weitgehend Corona-frei - ein Überblick über die Produkte, die es trotz gefährlicher Nanopartikel-Bedrohung zu uns nach Hause geschafft haben.

Die Produkte

Auch wenn es vielleicht nicht der chronologischen Reihenfolge entspricht, werden im Folgenden die unzähligen Veröffentlichungen grob in Produktgruppen unterteilt, um das Ganze etwas übersichtlicher zu machen. Und, zugegeben, weil ich zu faul bin alle Erscheinungsdaten herauszusuchen!

Die (fast) komplette DSA-Produktpalette 2020


Die Dampfenden Dschungel

Beginnen wir mit den richtig dicken Kloppern: Das wichtigste große reine DSA-Produkt war sicherlich die Regionalspielhilfe Die Dampfenden Dschungel, die wie gewohnt mit einer großartigen Produktflöte daherkam. Neben der eigentlichen Spielhilfe und dem Regionalabenteuer Jadegrün & Kobaltblau gab es wenig überraschend ein Heldenbrevier der Dampfenden Dschungel aus der gewohnt guten Feder von Carolina Möbis, eine Sphärenklang-CD von Maestro Ralf Kurtsiefer, das obligatorische Spielkartenset mit 134 Karten, 2 Würfelsets mit je zwei Jaguarkopf- und Kolibri-Würfeln, ein Landkartenset mit 7 Karten und einem beidseitigen Poster, sowie eine sehr schöne Rüstkammer und für Komplettkäufer die passende Sammelbox, um den Produktberg zu verstauen. Als jemand, der wenig Erfahrung und Bezug zu den Waldinseln und den Dschungeln Meridianas hat, kann ich vollkommen unvoreingenommen konstatieren, dass die Spielhilfe zumindest mir Lust auf das Bespielen der Region macht. Meine Highlights waren die Epharit-Rüstung der Tapo-Tikaute, die verschollene Stadt Kuruke-Wape und der hier nicht verratene Plot-Twist des Regionalabenteuers, der endlich auch mal potentiell epische Auswirkungen auf den Meta-Plot verspricht. Auch die grafische Gestaltung ist natürlich mal wieder über jeden Zweifel erhaben. Zumindest optisch ein rundum gelungenes Produkt. Ob es auch am Spieltisch zu begeistern weiß, wird sich im Praxistext noch zeigen müssen.

Die Produktflöte der Dampfenden Dschungel 


Die Romane

Was Romane angeht, war 2020 ein ganz hervorragendes Jahr, wurden wir doch nicht nur von Ulisses, sondern auch aus einigen anderen Quellen mit spannender Lektüre versorgt. Als erstes muss man dabei natürlich erwähnen, dass es Ulisses (nach ach so vielen tragischen Debakeln in der Vergangenheit) endlich gelungen ist, eine großartige, gewaltige, gut geschriebene und spannende Romanreihe im geplanten Zeitrahmen zu Ende zu bringen! Ganz herzlichen Glückwunsch an Daniel Jödemann und die DSA-Redaktion für den erfolgreichen Abschluss der Das Blut der Castesier Hexalogie. Mit Blutsbande und Reich der Toten hat Daniel sein episches Werk um die drei so unterschiedlichen Kinder der bosparanischen Familie der Castesier zu einem würdigen Ende gebracht - zumindest habe ich mir das sagen lassen, denn ich stecke noch immer im vierten Buch fest. Was aber allein an Zeitgründen liegt, denn ich mag die Romane sehr - nicht zuletzt weil ich zu Beginn der Reihe ein sehr schönes Interview mit Daniel führen durfte, das mir noch immer sehr am Herzen liegt. Irgendwann, versprochen, werde auch ich endlich lesen, wie die Geschichte um Lucia, Sabella und Valerius zu Ende geht.

Noch viel hoffnungsloser und weiter zurück liege beim Lesen der Phileasson-Reihe von Bernard Hennen und Robert Corvus, die in diesem Jahr mit achten Band Elfenkrieg und dem neunten Band Echsengötter fortgeführt wurde. Damit sind drei Viertel der epischen literarischen Weltumseglung geschafft - zumindest wenn man naiv davon ausgeht, dass die Romane alle gleich dick wären. Spoiler: Sind sie nicht, da Bernd und Robert es schaffen, immer mehr Text zwischen den Bucheinband zu pressen. Für alle, die wie ich an dieser immensen Textwüste und der nur winzigen Freizeitkontingente verzweifeln, gibt es gleich in zweierlei Hinsicht Hoffnung: Zum einen wird das Jahr 2021 mit Nebelinseln voraussichtlich nur einen Fortsetzungband bringen (der feine Herr Hennen ist wohl noch mit anderen Projekten beschäftigt, wenn er nicht gerade mit dem Grolm Tabletop spielt). Zum anderen werden am 21. Januar und am 25. Februar mit Nordwärts und Himmelsturm die beiden ersten Romane der Reihe als ungekürztes(!) Hörbuch bei Audible erscheinen. Gelesen von niemand geringerem als dem großartigen, genialen, einzigartigen Detlev Bierstedt (besser bekannt als Synchronstimme von u.a. George Clooney)! Als wäre dies nicht genug Phileasson, gab es 2020 auch noch die edle dritte Sammlerausgabe Schlangenzähne, die die beiden Bände Schlangengrab und Totenmeer zusammenfast (dazu später noch mehr). Außerdem gab es noch eine 16-seitige Kurzgeschichte namens Der Duft der Wahrheit in der Anthologie Wir sind die Bunten vom Festival-Mediaval. Uff - soviel Phileasson-Stoff satte 30 Jahre nach dem Beginn der Reise in Folge dem Drachenhals! Jetzt fehlt ja wirklich nur noch die Fernseh-Serie! (ja, ich schaue dabei in Eure Richtung, Netflix und Amazon Prime! Los, macht schon!)


Die erschienenen Romane, Kurzgeschichten und Kinderbücher des Jahres 2020

Es ist toll, dass mit dem Heyne-Verlag und den beiden großen Namen Corvus und Hennen (wobei Hennen wohl noch sehr viel größer sein dürfte als Corvus) die DSA-Romane endlich auch wieder im Mainstream ihren festen Platz haben und sogar regelmäßig von unten in die Spiegel-Bestseller-Listen reinkriechen - aber mindestens ebenso freut mich, dass Dank der Kooperation zwischen Blitz-Verlag und Fanpro auch wieder sehr schön aufgemachte und qualitativ und narrativ hervorragende Werke ohne den Segen der DSA-Redaktion auf den Markt kommen durften. Allen voran natürlich das von mir heißgeliebte Werk Greetja aus der Feder von DSA-Legende (und schelmischer Brieffreundin) Ina Kramer. Nicht nur weil ich bei seiner Entstehung ein wenig dabei sein durfte und ich Ina als Person sehr schätze, sondern auch wegen der atmosphärischen, detailverliebten, ruhigen Erzählweise liegt mir die Lebensgeschichte der Hexe Greetja sehr am Herzen. Gleichzeitig darf dabei nicht vergessen werden, dass ebenfalls das sehr schöne Erstlingswerk Die Elfe vom Veitner Moor von Katja Angenent erschienen ist, das in meiner Rezension zu gefallen wusste. Und zu guter Letzt gab es dann auch noch Der Erbe von Tannfels, der erste DSA-Roman vom Münchner Autor Dominik Schmeller. Zwar habe ich das Buch noch nicht gelesen, habe mir aber von Engor und Ina sagen lassen, dass es recht unterhaltsam gewesen sei. Zu guter Letzt gab es für die kleineren DSA-Fans noch das dritte DSA-Kinderbuch aus dem Schwarzer-Ritter-Verlag, das auf den Namen Mischa, der Wolf und der Golin hört, und eine nette kleine winterliche Geschichte mit Bezug zur nivesischen Glaubenswelt bietet. Wieder einmal wunderbar gezeichnet von Rudi Eizenhöfer und geschrieben von Hagen Tronje Grützmacher, weiß auch dieses Buch das hohe Niveau der bisherigen beiden Bücher zu halten. Mein größtes Bedauern ist, dass der faule Schelm immer noch nicht dazu gekommen ist, eine Rezension zu verfassen...

Bitte verzeiht die Eigenwerbung, aber natürlich muss auch nochmal erwähnt werden, dass es dieses Jahr auf dem Kaiser-Raul-Konvent auch noch die einmalige Gelegenheit gab, eines der je 50 Exemplare der beiden Kurzgeschichten Kann nicht lesen, kann nicht schreiben, aber will Baronin werden und Madame um Mitternacht in gedruckter Form zu erwerben. Die beiden dünnen Büchlein gingen auf dem KRK einigermaßen gut weg, für die jeweils letzten 10 Exemplare musste ich aber einigermaßen die Werbetrommel rühren, um sie noch loszuwerden. Die letzten verfügbaren Exemplare gingen beim Weihnachtsgewinnspiel und beim ersten DSA-Fantalk von Hinter dem Auge raus an glückliche Gewinner.

Insgesamt war es belletristisch gesehen ein sehr gutes Jahr für das Das Schwarze Auge, gab es doch genug Lesestoff um Schnellleser wie Engor für mehrere Stunden zu beschäftigen und Kaum-Noch-Leser wie mich total zu überfordern. Immerhin die Hälfte der abgebildeten Bücher habe ich tatsächlich geschafft zu lesen - für mich eine hervorragende Quote! Schade fand ich allerdings, dass die DSA-Romane mit Ausnahme der Jödemann-Reihe ausschließlich von anderen Verlagen kamen und somit die klassische "offizielle" DSA-Romanreihe kaum Nachschub bekam. Es ist traurig, dass Ulisses anscheinend wenig Interesse an der Veröffentlichung eigener Bücher hat, und dass wir dadurch auf Geschichten, die den Metaplot vorantreiben, leider in diesem Jahr vergeblich gewartet haben. Aber da mir bewusst ist, dass die Redaktion genügend andere offene Baustellen hat, ist es vielleicht ganz gut, dass sich andere um den Lesenachschub kümmern.

Die Erweiterungsbände

Kein DSA-Jahr darf ohne neue Regel- oder Erweiterungsbände ins Land ziehen, und 2020 brachte uns davon gleich zwei neue Exemplare sowie zwei Neuauflagen in Taschenbuchformat.

Pandämonium 2, Herbarium, Pandämonium und Tiergefährten


Im März erschien das Aventurische Pandämonium 2, das ganz im Stile des hervorragenden Vorgänger-Bandes einen großen Haufen (63 an der Zahl) niederhöllischer Kreaturen auf die armen Derenbewohner loslässt. Spektakulär gelungen finde ich das Cover, das eine höchst dramatische Beschwörungsszene zeigt. Und für die Vier Helden und den Schelm ist dieser Band insofern besonders, als dass erstmals unser Mitstreiter Marcel Blex einen Beitrag (über den Blakharaz-Dämonen Gurgulum) beisteuern durfte [Korrektur: Marcel teilt mir gerade mit, dass eindrucksvolle 10 Dämonen aus seiner Feder stammten: Gurgulum, Vhatacheor, Morcan, Uridabash, Haqoum, Arjunoor, Cha'Khar, Passuth, Rahastes und Zazamotl'gnakhyaa!]. Herzlichen Glückwunsch, Marcel! Und auch nochmal Glückwunsch an Christian Nehling, dessen aus dem Abenteuer Schwanengesang aus der Anthologie Dryadenhain & Dschinnenzauber bekannten Zhylwyraq, mit dem ich mich vor anderthalb Jahren beim Testspiel rumschlagen durfte, man auch hier wiederfinden kann.

Apropos Christian Nehling: Jener höchst aktive Schreiberling, der gerade an unzähligen kommenden Publikationen werkelt, war auch einer der Autoren des Aventurischen Herbariums, das im Januar erschien und uns mit einer umfangreichen Palette aventurischen Gestrüpps versorgte. 62 Pflanzen, jeweils mit einer einseitigen Beschreibung samt Illustration, sowie umfangreiche Anhänge über Verbreitung, Kräutersuche sowie diverse Rezepte für alchemistische Mittelchen füllen das 160-seitige Werk. Das Highlight ist selbstverständlich der alraunige Homunculus, der von der DSA-Community sehr freudig aufgenommen wurde.

Dass sich derartige Regel-Fluff-Mischbände sehr gut verkaufen, sieht man zum einen an der Tatsache, dass mit dem Herbarium 2 und dem Transmutarium bereits die nächsten vergleichbaren Bände in den Startlöchern stehen (weitere Kreaturen-Bände sind bereits in Arbeit), und zum anderen an der Tatsache, dass nach etwas mehr als einen Jahr bereits die Taschenbuchversion von Aventurisches Pandämonium und von Aventurische Tiergefährten erschienen ist (was gemäß der DSA5-Publikationspolitik bedeutet, dass die Erstauflage ausverkauft ist). Mir persönlich gefallen übrigens alle vier Bände rein optisch und vom Konzept her ziemlich gut. Einzig die Aufsplitterung auf Dutzende Bände ist für den Einsatz am Spieltisch in meinen Augen ein Hindernis, das dereinst durch Veröffentlichung von richtig fetten Sammelbänden gelöst werden muss. Zum anderen dürfte es - auch wenn diese Art von Bänden anscheinend viel Geld in die Kassen spült - gerne auch mal wieder fluffigere Bände geben, wie es sie damals in der alten blauen DSA4.1-Reihe gab. Regionalspielhilfen, Regelbände und Kreaturenbände sind ja gut und schön - nach fünf Jahren DSA5 bin ich aber so langsam gesättigt!

Die Abenteuer

Kommen wir zum immer noch spannendsten Abschnitt der Publikationswelt: Den Abenteuerbänden, von denen uns Ulisses im letzten Jahr eine überschaubare Anzahl an die Hand gegeben hat.



Im Mittelpunkt stand ganz klar der Konflikt zwischen Al'Anfa und Trahelien, der sich in den eindrucksvollen ersten drei Bänden der Rabenkrieg-Kampagne manifestierte. Während es in Die Zähne des Kaimans um die Vorbereitung und Durchführung der ersten Kampfhandlungen geht, geht es in Der Biss der Spinne auf Aufklärungsmissionen tief in den Dschungel - nichts für Arachnophobiker! Auf die Spuren eines horasischen Agenten setzen sich die Helden in Der Sturz des Adlers. Damit hat es Ulisses geschafft, in gerade einmal einem halben Jahr (der erste Band erschien Anfang Juli) die erste Hälfte einer sechsteiligen Kampagne zu veröffentlichen! Keine schlechte Leistung, die zeigt, wie lange die DSA-Redaktion bereits im Hintergrund an derartigen Großprojekten werkelt. Was natürlich Hoffnung auf kommende Publikationen des selben Kalibers macht. Insgesamt scheinen die drei Bände auch allesamt gut gemacht, wunderbar illustriert, spannend und abwechslungsreich zu sein, sodass es mir schon in den Fingern juckt, sie dereinst zu spielen. Bisher haben wir uns aber - in Angesicht der Erfahrungen mit der Sternenträger-Kampagne - zurückgehalten, und werden erst gen Perle des Südens aufbrechen, wenn alle sechs Bände erschienen sind. Sicher ist sicher!

Als großes Überraschungsprodukt der Ulisses Online-Con kam das Soloabenteuer Das wispernde Herz daher, dass uns erstmals in die Haut einer Boron-Geweihten versetzt. Da das Abenteuer wie immer aus der kongenialen Feder von Soloabenteuer-Papst Sebastian Thurau stammt, kann es eigentlich nur gut sein - ich muss aber gestehen es ebenso wie Der Rote Schlächter noch nicht gespielt zu haben. Habe ich erwähnt, dass ich zuwenig Freizeit habe?



Wie üblich brachte das DSA-Jahr wieder sechs Heldenwerke sowie ein Heldenwerk-ähnliches Con-Abenteuer hervor, womit wir uns mittlerweile bis Heldenwerk 33 vorgearbeitet haben. Eine eindrucksvolle Reihe! Der stille Pfad handelt von einer dauerquasselnden Boron-Geweihten, und war zugleich das letzte Abenteuer, das zu einem Boten mit einer führenden 1 erschien. Denn: Madas Blaue Augen war das Heldenwerk zum Aventurischen Boten 200, und da es für so eine Jubliäums-Ausgabe gerne etwas Besonderes geben darf, hat die DSA-Redaktion sich persönlich hingesetzt, um erstmals ein Soloabenteuer als Heldenwerk zu verfassen. Das dann auch noch einen der ikonischten NPCs aller Zeiten (Sultan Hasrabal persönlich) behandelt! Schöne Idee, nettes kleines Solo für zwischendurch. Ebenfalls an alte Zeiten knüpft Hinter der Fassade an, wo wir die Hinterlassenschaften eines alten Antagonisten aus Unter dem Nordlicht beseitigen müssen - übrigens das erste Heldenwerk-Abenteuer überhaupt, das ich bisher gespielt habe. Hat Spaß gemacht! In der Baronie Ambelmund in Nordmarken wird sprichwörtlich Die Axt im Walde benötigt, um einer jungen Adeligen zu helfen, einer Zwangsheirat zu entkommen. Mal wieder nach Maraskan verschlägt es eine Heldengruppe Im Namen der Schlange, um das Geheimnis einer alten Decke aufzu... ähhh ... decken. Ach ja, apropos Maraskan: Natürlich gab es da auch noch das diesjährige Con-Abenteuer Wandel im Chaos von den beiden Maraskan-Experten Thorsten Most und Josch K. Zahradnik, die uns zwischen die Fronten der beiden frisch ausgerufenen Tetrachen im Khunchomer Maraskanerviertel führen. Den Abschluss des Heldenwerk-Jahres bildete Sehnsuchtsmelodie, das erste Abenteuer das mit dem neu gestalteten Heldenwerk-Logo daherkommt, und bei dem es um seltsame Erscheinungen bei einer Firnelfensippe im hohen Norden geht.

Natürlich gab es mit dem Heldenwerk-Archiv 4 auch die obligatorische Sammlung der letztjährigen Heldenwerkabenteuer Der Apfelwurm von AlriksfurtEin Fest für die AugenNachtschwarze SeeAngbarer BockDornenpfadDas Mädchen und der Menschenfresser sowie des erwähnten Con-Abenteuers Wandel im Chaos.

Das inoffizielle Highlight des Abenteuerjahres war für mich natürlich das Scriptoriums-Abenteuer Charypto Rex - Der Zorn der Utulu-Götter vom lieben Rafael Knop, das er für uns netterweise leitete (hat echt Bock gemacht!), und das ich das Glück hatte für das Scriptorium layouten zu dürfen. Leider gibt es bis auf einige wenige Druckexemplare, die ich in unserer hiesigen Universitäts-Druckerei habe drucken lassen, nur die PDF-Version zu kaufen (die DSA-Redaktion hatte merkwürdigerweise wenig Interesse an diesem coolen Trash-Abenteuer rund um einen Godzilla-Verschnitt auf den Waldinseln). Traurig macht mich nur, dass dieses coole Abenteuer im Scriptorium leider fast unbeachtet herumliegt und nur wenige Dutzend mal verkauft wurde. Daher hier noch einmal der völlig uneigennützige Appell (ich bekomme keinen Cent des Verkaufspreises von 4 €): Riskiert den Kauf dieses schönen 32-seitigen Abenteuers, denn Rafael und ich haben viel Zeit und Mühe investiert, um Euch für Euer Geld ein paar schöne trashige Stunden auf den Waldinseln zu bereiten.

Insgesamt lässt mich das Abenteuer-Jahr 2020 aber mit einem durchwachsenen Gefühl zurück: Zwar war natürlich großartig, dass Ulisses die Veröffentlichung der ersten Hälfte der Rabenkrieg-Kampagne so professionell und schnell durchgezogen hat, und dass die bisherigen drei Abenteuer anscheinend sehr gut gelungen sind. Auch freue ich mich natürlich jederzeit über neue Soloabenteuer von Sebastian Thurau - da kann man ja eigentlich nie etwas verkehrt machen. Auf der anderen Seite muss man aber klar feststellen, dass das alles klar zu wenig war! Wer einfach nur ein normales Einzel-Gruppenabenteuer suchte, das weder zu einer Kampagne noch zum Cthulhu-Crowdfunding gehörte und länger als ein Heldenwerk ist, hatte nur ein einziges (!!!) Abenteuer zur Auswahl: Das Regionalabenteuer Jadegrün & Kobaltblau. Das ist einfach viel, viel zu wenig! Mir ist klar, dass Crowdfundings und Heldenwerke viel Zeit der Redaktion fressen, und so nur wenig Zeit für eigenständige Abenteuer bleibt. Aber ein so geringer Abenteuer-Ausstoß ist echt blamabel! Die Abenteuer sind nun einmal - auch wenn sie sich vergleichsweise wenig verkaufen - das Fundament von DSA. Ich hoffe inständig, dass sich der Ausstoß in diesem Jahr deutlich verbessert. Und ja: Natürlich wäre auch endlich eine Fortsetzung der Sternenträger-Kampagne gern gesehen. Unsere Spielrunde hat nun schon - nachdem wir auf dem großen Stapel der ungespielten DSA5-Abenteuer nichts Spannendes gefunden haben - mit der Drachenchronik-Kampagne angefangen. Nur um mal zu verdeutlichen wie ernst die Lage ist!

Die Crowdfundings

Tief in seinem Gedächnis (und diversen Webseiten) wühlen muss, wer Überblick über all die offenen und abgeschlossenen Crowdfundings des letzten Jahres behalten will. So startete im Februar die Finanzierung des Aventuria-Projekts Nedime & Borbarad, das uns mit gleich zwei Solo-Abenteuern und diversen neuen Helden-Decks und Szenario-Karten für das beliebte DSA-Kartenspiel lockte. Wie üblich wählte ich das All-In-Paket samt eines zusätzlichen Drehmarker-Sets mit, wodurch ich einer Investition von bei 220 € landete.



Direkt im März folgte das Crowdfunding zur Werkzeuge des Meisters Box, einer Neuauflage der gleichnamigen DSA1-Box, die bis auf den Namen allerdings nichts mehr mit dem eher fragwürdigen Vorbild gemein hat: Mit unzähligen Acryl-Blips, Schablonen und Bodenplänen liegt der Fokus auf der besseren Visualisierung von Kampfsituationen, außerdem enthält sie neue Regeln für das Spiel mit Blips und alternative Regeln für all diejenigen DSA-Spieler, die mal ohne 3W20-Probe oder aktive Parade spielen wollen. Als Spielmaterial gibt es die Abenteuer-Anthologie Hinterhalt & Sturmangriff mit drei Abenteuern, die explizit auf den Einsatz der Blips und Kampfregeln setzen, sowie diversen Kleinkram wie Schicksalspunkte, Statuskarten, neue Heldendokumente sowie das neue, von Tokala gestaltete Inrah-Kartenset, das zumindest in der PDF-Vorschau (die bereits an die Backer verschickt wurde) zu überzeugen weiß. Da ich eigentlich kein sonderlicher Fan der Blips bin und mir Regeln für's Rollenspiel meist eher zweit- bis drittrangig sind, weiß ich noch nicht so recht, ob ich mich auf das Endergebnis wirklich freue. Nichtsdestotrotz hat mich das natürlich nicht davon abgehalten, stolze 400 € auf das Crowdfunding zu werfen. Zum Zeitpunkt, da ich diese Zeilen schreibe, ist das Crowdfunding, das eigentlich für den Herbst angekündigt war, noch nicht erschienen.



Ebenfalls noch nicht erschienen, aber noch für den Januar angekündigt, ist das von Westfalia Miniatures durchgeführte zweite DSA-Miniaturen-Crowdfunding Heroes of Aventuria 2 - Siebenstreich, das Untote, Orks und Soldaten sowie einige Sonderfiguren (Nekromant, Namenloser Geweihter, Weißer Hetzer, etc.) enthalten wird. Nach dem letzten Update soll die eigentlich für April 2021 angekündigte Auslieferung nun drei Monate früher erfolgen. Bereits lange herausgeschickt wurden die Spielregeln des Tabletop-Skirmish-Spiels Siebenstreich, über das man einen ausführlichen Spielbericht beim Grolm nachlesen kann (sein Kontrahent war Bernard Hennen!). Auch hier habe ich das All-In-Pledge-Level für umgerechnet etwa 130 € gewählt.



Was die Auslieferung von Crowdfundings anging, war 2020 ein überschaubares Jahr: Alle Cthulhu-Fans konnten sich über den erfolgreich an die Unterstützer verschickten DSA Cthulhu Mythos freuen, den kuriosen Mix aus cthulhuiden Horror und aventurischer Hotzenplotzigkeit. Eine große, giftgrüne Box, vollgepackt mit dem angekündigten dicksten Regelbuch der bisherigen DSA-Geschichte (was natürlich nicht stimmt: Statt 500 Seiten sind es gerade mal 420 geworden, wodurch z.B. Wege der Zauberei noch deutlich mehr Seiten hat), den beiden Abenteuer-Bänden Schweigen aus Somerrisk und Unheilvolles Grauen, einem Cthulhu-Vademecum und einem Heldenbrevier der Noioniten (das in den Ankündigungen auch gerne Heldenbrevier des Noioniten oder einfach nur Noioniten-Brevier genannt wurde), diversen Kartensets (darunter einem Set von DIN A4 Karten für die Großen Alten), Stoffkarte, Lesezeichen, Würfel, Würfelturm, Sammelbox, Plüschi und Meisterschirmset. Alles sieht natürlich gewohnt schön aus, und man merkt, dass viel Zeit und Liebe in das Projekt geflossen ist. Mein Problem ist nur, dass zum einen viel zu wenig spielbares Material dabei ist: Es gibt nur zwei Gruppenabenteuer, von denen das eine komplett von Aventurien losgelöst ist und nur eine Umsetzung des Pathfinder/DnD5E-Somerrisk-Abenteuers ist, und das andere ein kleines Drittel der Abenteuer-Anthologie Unheilvolles Grauen belegt und somit kaum über Heldenwerk-Format hinauskommt. Das war's: Ein 18-seitiges Gruppenabenteuer ist alles, was bisher zu cthulhuiden Horror in Aventurien herausgekommen ist. Was soll man damit? Zwei Nachmittage spielen - und dann? Überhaupt stellt sich insgesamt die Frage, wer die Zielgruppe sein soll: Lovecraft-Fans, die mal in Aventurien reinschnuppern wollen? DSA-Spieler, die keinen Bock mehr auf reines Aventurien haben? Ist es nicht so, dass DSA selbst schon genug Dämonen, Erzdämonen und Halbgötter hat, und jede zusätzliche Schicht des Grauens - so atmosphärisch und gut sie auch umgesetzt sein mag - eigentlich überflüssig ist? Und gibt es für Cthulhu nicht so viele bessere, umfangreichere und atmosphärischere Settings als ausgerechnet das klassische Low-Fantasy-Reich Aventurien? Eines steht fest: Die Chancen, dass meine Grüne Box irgendwann mal zum Spielen aus dem Schrank geholt wird, ist geringer als die eines Bauern, der mit seiner Mistgabel Shub-Niggurath besiegen will!



Deutlich besser stehen hingegen die Chancen, dass schon bald eines der neuen Abenteuer aus dem bereits erwähnten Aventuria-Crowdfunding Nedime & Borbarad angehen werden, kam der große Karton doch im Oktober schon an und bereitet mir rein optisch schon viel Freude. Die Titelbilder sind hervorragend, die Abenteuer sowohl der beiden großen Boxen als auch der kleinen Erweiterungspakete klingen alle echt interessant und spannend, und ich hoffe schon bald einmal probespielen zu können. Insbesondere Diebe in Khezzara und Kommando Greifax haben es mir vom Thema her angetan. Großes Lob an Markus Plötz und sein Designerteam (allen voran Christian Lonsing und der Grolm), dass ihnen zu Aventuria immer noch etwas Neues einfällt.



Insgesamt gab es sicherlich schon bessere Crowdfunding-Jahre in der jüngeren Geschichte: Weder Cthulhu noch Aventuria sind für die reinen Pen-and-Paper-Aventurien-Spieler wirklich interessant, und auch die Werkzeuge des Meisters treffen bestimmt nicht Jedermanns Geschmack. Die von vielen herbeigesehnte Thorwal-Spielhilfe hat sich auf 2021 verzögert. Immerhin: Die PDFs sind mittlerweile bei den Unterstützern eingetrudelt und versprechen ein schönes Gesamtpaket. Vielleicht sorgt die Verzögerung ja dafür, dass dieses Jahr mal mehr als eine Regionalspielhilfe herauskommt! Am kommenden Mittwoch startet außerdem das zweite Crowdfunding zu Die Schwarze Katze, und führt uns diesmal ins ferne Fasar, wo Katzen, Hunde und Fenneks (Wüstenfüchse) um die heimliche Vorherrschaft über die älteste Stadt des Kontinents ringen. Bestimmt auch nicht das Projekt, dass sich eingefleischte DSA-Fans sehnsüchtig herbeiwünschen - aber solange es Geld in die Kassen spült, um die Produktion weniger gut verkäuflicher Kern-DSA-Produkte zu produzieren, soll es mir Recht sein.

Der Kleinkram

Neben den genannten Produkten kamen noch zahlreiche Einzelpublikationen hinzu, die sich nicht so gut in Kategorien pressen lassen. So gab es mit Schlangenzähne den dritten Phileasson-Sammelband in Edeloptik zu kaufen, der die beiden Romane Schlangengrab und Totenmeer zusammenfasst. Sieht Dank der Illustrationen von Tokala und des schicken Einbands wieder sehr schön aus. Einzig die erstmals hinter dem Phileasson-Schriftzug hinzugefügte Bandnummer III sorgte bei einigen Sammlern für einen kleinen Tobsuchtsanfall des inneren Monks. Mir sind schöne Einbände eigentlich auch wichtig - aber in diesem Fall finde ich die Änderung eher praktisch denn nervig. Mehr Sorgen macht mir lediglich, ob die dereinst sechs Bände am Ende noch nebeneinander in ein Kallax-Regalfach passen.



Ebenfalls für Sammler ist der Sammelschuber zur Theaterritter-Kampagne, der entweder leer oder mit allen sechs Abenteuern befüllt im F-Shop erworben werden kann. Ursprünglich im englischen Crowdfunding im Letter-Format veröffentlicht, wollten auch die deutschen Fans einen solchen Schuber haben, und wurden von Ulisses prompt bedient. Einziges Manko bei meinem Exemplar: Der Rückenschriftzug ist leider nicht mittig, sondern deutlich nach rechts verschoben. Sei's drum: Besser als die sechs Einzelabenteuer immer aus den anderen DSA5-Abenteuern heraussuchen zu müssen, ist es allemal. Sollte der Sammelschuber auch für die Sternenträger und den Rabenkrieg erscheinen, werde ich ihn mir selbstredend ebenfalls zulegen.

Nicht vergessen dürfen wir natürlich die Erweiterung Die Hexe vom Schattenwasser zur Einsteigerbox Das Geheimnis des Drachenritters. Zwei neue spielbare Helden (Hexe und Streuner) sowie neue Abenteuer und eine Spielhilfe zur Stadt Reichsend stecken neben Blips und Bodenplänen in der viel zu überdimensionierten Box. Für diejenigen, die die Einsteigerbox bereits durchgespielt haben, sicherlich ein heiß ersehnter Pflichtkauf. Für mich werden die Jahre erst noch zeigen müssen, ob ich mit den beiden Boxen meine Kinder zum Rollenspiel motivieren kann.

Nur wenige Worte möchte ich über Book of Heroes verlieren, jenes DSA-Computerspiel des kleinen finnischen Softwarehauses Random Potion, das auf der RatCon 2019 so vollmundig angekündigt wurde. Was man bekam war ein halbherzig auf DSA getrimmter Coop-Dungeon-Crawler, der durch erschreckend blöde Computergegner und wenig Wiederspielreiz hervorstach. Als alter Fan von Roguelike-Spielen fand ich erschreckend, wie wenig spannende Interaktionsmöglichkeiten man mit seiner Umwelt hat und wie egal die zufallsgenerierten Maps sind. Nachdem ich die ersten vier, fünf Missionen erledigt hatte, schwand mein Drang, mich an weitere Missionen zu wagen, komplett. Was sehr schade ist, hätte ich mir doch mal wieder ein schönes, atmosphärisches Computerspiel gewünscht, dass Neuspieler in unser schönes Rollenspiel-Hobby locken kann.

Endlich abgeschlossen wurde die zweite Staffel der DSA-Hörspielreihe der WinterZeit-Studios. Mit Das Geisterschiff, Werkzeug des Bösen und Die Abrechnung erschienen die einzelnen Folgen mit schöner Regelmäßigkeit über das Jahr verteilt. Wer sich fragt, warum von meiner Seite keine Rezensionen mehr zu den Folgen kam, nachdem ich doch all 9 vorherigen Folgen so ausführlich seziert hatte, dem sei gesagt, dass ich neben dem üblichen Zeitmangel irgendwann das Gefühl hatte, nichts Neues mehr über die Folgen schreiben zu können: Während sie technisch immer noch hervorragend gemacht sind, die Sprecherriege grandios ist und auch die Aufmachung mich voll anspricht, ist es leider doch immer die Einbettung in den aventurischen Hintergrund, die den großen Wurf verhindern. Nicht nur, dass grobe Schnitzer vorkommen (ich sage nur "Firun, Gott des Todes und der Meere"), auch fehlen mir die kleinen Details, mit denen man die Geschichte in den aventurischen Kanon einbetten könnte. Sicher, es ist mit Staffel 2 insgesamt etwas besser geworden (immerhin hat die DSA-Redaktion mal einen kurzen Blick auf die Manuskripte geworfen und ein paar Verbesserungsvorschläge gemacht). Insgesamt reicht das aber leider nicht, um echte DSA-Fans hinter dem Ofen hervorlocken zu können. Meine Hoffnungen, mich für Staffel 3 als Lektor anzubieten, um das Schlimmste zu verhindern, waren leider umsonst, da Staffel 3 bereits geschrieben und die meisten Aufnahmen wohl auch schon lange im Kasten sind. Außerdem sind Markus und Danny Winter, die bis vor Kurzem den schönen kleinen Laden in Remscheid betrieben haben, letztes Jahr an die Nordsee gezogen, weshalb mein regelmäßiger persönlicher Kontakt zu den Machern nunmehr weggefallen ist. Schade, denn eigentlich bin ich immer noch ein großer Fan vom Verlag und von der Grundidee - und ich träume davon, dass die Staffel 3 endlich richtig, richtig gut wird.


Wer mal wieder ein ausgesprochen produktives Jahr hatte, ist Maestro Ralf Kurtsiefer, der mit den Sphärenklängen der Dampfenden Dschungel, den Sphärenklängen des Wahnsinns, der schönen Geräusch- und Ambient-Doppel-CD Atmosphärenklänge und den beiden nur für seine Patreons geschriebenen (mittlerweile aber auch im F-Shop erhältlichen) CDs zu den ersten beiden Teilen der Sternenträger-Kampagne, Der Ruf der Bahalyr und Der Klang des Feyraasal, gleich sechs DSA-CDs auf den Markt geworfen hat - und da sind die CDs für Torg und Hexxen noch gar nicht eingerechnet! Natürlich bin ich auf die beiden Sternenträger-CDs besonders stolz, war ich doch mit meinem Vorschlag, er möge ein Thema für Amalaia (die Person, um die sich bei Sternenträger alles dreht) komponieren, der Auslöser für die neue CD-Serie. Ralf einmal beim Komponieren der einzelnen Tracks folgen zu können und Feedback zu den Tracks abgeben zu können, war ein großartiges Erlebnis, und von daher kann ich nur jedem empfehlen, möglichst schnell auch Patreon von Ralf zu werden. Es lohnt sich wirklich, und Ralf ist ein netter Kerl, der unglaublich produktiv und hilfsbereits ist. Ich habe bisher keinen Cent für seine CDs bereut.

Und wo wir bei DSA-Hörerlebnissen sind, sei auch das auf dem letzten Drücker kurz vor Weihnachten bei Audible erschienene Hörbuch zum Heldenbrevier der Noioniten erwähnt, das vom kleinen Verlag Yellow King Productions produziert wurde. Das Resultat kann sich durchaus hören lassen: Die mir unbekannten Sprecher machen ihre Arbeit durchweg gut, und auch technisch ist das Hörbuch einwandfrei. Die Geschichte von der lieben Carolina Möbis ist schön spannend geraten (wenn auch wenige echte Horror-Elemente vorkommen), und so hat mir das Hörbuch dreieinhalb sehr unterhaltsame Stunden bereitet. Einziger Minuspunkt: Da Yellow King Productions (wie der Name dem Kenner verrät) auf Hörbücher aus dem Lovecraft-Universum spezialisiert ist, wird dieses cthulhuide Werk wohl das Einzige bleiben.

Zu guter Letzt sei noch das einzige physische Produkt des Thorwal-Crowdfundings erwähnt, das schon vor Monaten erfolgreich den Weg zu den Unterstützern fand: Die Thorwaler-Otta vom aufstrebenden Frankfurter Klemmbaustein-Verlag Bluebrixx. Nachdem ich vor dem Thorwal-Crowdfunding noch nie von Bluebrixx gehört hatte (und für mich die Welt der Klemmbausteine praktisch ausschließlich aus Lego bestand), bin ich mittlerweile zu einem echten Noppenstein- und Bluebrixx-Fan geworden, und habe mittlerweile so manches aufgebaute Set hier im Regal stehen. Während ich aber die (generischen, nicht DSA-bezogenen) Mittelalter-Gebäude durchweg genial finde (ich freue mich auf den Tag, wo ich die mal am Spieltisch einsetzen kann), ist die Thorwaler-Otta das in meinen Augen schwächste bisher von mir erworbene Set: Drachenkopf und Schilde, Mast und Standfuss, alles war bei mir viel zu labil und wackelig, und ich habe mich seit der Fertigstellung nicht mehr getraut das Modell aus dem Regal zu nehmen. Bespielbar ist das in keinem Fall, und selbst für die Vitrine finde ich den Aventurienbezug zu gering. Alles in allem ist da also noch viel Luft nach oben, und ich hoffe, dass die kommenden DSA-Sets von Bluebrixx eher die Qualität der anderen Architektursets erreichen. 



So, das waren sie dann also, die Neuheiten des Jahres 2020 - falls ich nichts wichtiges vergessen habe. Insgesamt ein wie immer produktreiches Jahr, dem aber in meinen Augen klar die Highlights fehlten. Zu wenige Abenteuer, zu wenige Regionalspielhilfen, zu wenige echte DSA-Crowdfundings. Kein Thorwal, keine Sternenträger, kein Banner der Treue... so manches, auf das man Vorfreude entwickelt hatte, wurde auf das kommende Jahr verschoben. Die gute Nachricht ist also, dass 2020 durchaus besser werden könnte, wenn die Publikationsgötter es gut mit der DSA-Redaktion und uns Fans meinen. Mein dringender Wunsch nach mehr epischen Abenteuer könnte ja durchaus erfüllt werden, wenn man einzelnen Mutmaßungen Glauben schenken darf... aber dazu später mehr!

Die Cons

Sonst immer der Höhepunkt des DSA-Jahres, waren die Rollenspiel-Conventions, auf die ich mich wie jedes Jahr gefreut habe, das was ich im Corona-Jahr am schmerzlichsten vermisste. Keine RatCon München, keine RatCon Berlin, keine RatCon Limburg, keine Spielemesse Essen, keine DreieichCon. Conventiongänger mussten 2020 sehr stark sein! Wenigstens der wie immer glorreiche Kaiser-Raul-Konvent und der überraschend gute Weltenwerker-Konvent wussten dieses Jahr mein nach Cons darbendes Herz zu trösten. Letzterer wusste durch die bunte Mischung aus LARP, PnP und Brettspielen zu gefallen, während der KRK wie immer mit tollen Begegnungen, schönen Spielrunden, spannenden Keynotes und geselligem Beisammensein begeistern konnte. Dass wegen Corona der dritte Tag (samt der obligatorischen Zusammenkunft - dem kleinen Metaplot-Theaterstück - wegfiel, schmerzte zwar etwas, aber insgesamt überwog wohl bei allen Teilnehmern die Erleichterung, dass man trotz des dräuenden Corona-Damokles-Schwerts noch zwei tolle Konvent-Tage hinbekommen hat. Vielen Dank nochmal an das gesamte Ulisses-Team und alle Teilnehmer für die großartige Zeit! 

Natürlich brachte uns Corona auch das (kurzlebige?) Phänomen der Online-Conventions, und so war auch die von Ulisses im Juli veranstaltete Ulisses Online Con 2020 ein durchaus schönes Event, mit spannenden Stream-Beiträgen, einer soliden Keynote und einer großartigen Rätsel-Queste (Danke an Johannes Kaub für das geniale Puzzle-Design!). Auch die Lesung von Carolina Möbis, die zahlreichen Chats mit bekannten Gesichtern und die zu erstehenden Produkte haben natürlich Spaß gemacht. Aber insgesamt blieb der fade Methadon-Beigeschmack einer Ersatzveranstaltung, die zwar ihr Bestes gegeben hat, aber leider nicht an echte Treffen mit lieben Menschen, an vollgeschwitzte Keynote-Säle und reges Drängen im Ulisses-Shop heranreichen kann. Leute, ich vermisse Euch! Lasset uns hoffen, dass irgendwann in den kommenden Monaten wieder genug Normalität einkehrt, dass wir uns auch wieder leibhaftig sehen können!

Was sonst noch passiert ist

Für Ulisses muss es ein spannendes Jahr gewesen sein: Der Wegfall der Conventions dürfte sicherlich einige Planungen durcheinander gewirbelt und einige Löcher in den Umsatz gerissen haben. Geplante Fertigstellungen wie das Thorwal-Crowdfunding, Sternenträger 3 und Banner der Treue verzögerten sich leider immer weiter, und auch die Verschiebung des kommenden Aventuria-Crowdfundings auf 2021 aufgrund der Verzögerungen bei Nedime & Borbarad dürfte nicht gerade für Euphorie gesorgt haben. Auch personell gab es einige Änderungen: Derya Öcalan und Jens Ballerstädt, beide für's Marketing zuständig und beide bekannt von Cons und Streams, sind nicht mehr bei Ulisses beschäftigt (was zu der sehr unschönen Situation führte, dass wir uns an einem Abend noch lustig mit Jens im Herolde-Talk unterhielten und am nächsten Nachmittag erfuhren, dass er entlassen worden war). Sehr unschöne Situation, und kein leichter Einstieg für den neuen Marketingchef Björn, der soeben seine Arbeit aufgenommen hat. Wollen wir hoffen, dass er länger durchhält. Deutlich positiver ist, dass mit Diana Rahfoth eine alte DSA-Hasin und sehr gute Illustratorin nun Teil der DSA-Redaktion ist, und Thomas Michalski - vormals Teamleiter Layout und DORPCast-Macher - nun zum Verlagsleiter ernannt wurde. Glückwunsch an Thomas, und ich hoffe, dass er neben Geschäftsführer Markus für einen stetigen guten Produktausstoß mit vielen neuen Ideen sorgen kann.

Wo wir gerade schon bei unschönen Rauswürfen waren: Zwei definitive Tiefpunkte des ohnehin miesen Doppel-Patzer-Jahrs waren für mich der Hinschmiss von DSA-Autor Bernd Ochs und die Absage von Gronkh für die Online-Con. Wer es nicht mitbekommen hat: Bernd, auf dem KRK noch hochgelobter Autor des heiß ersehnten Metaplot-Abenteuers Banner der Treue, hatte aufgrund der zahlreichen Verzögerungen bei der Veröffentlichung des Abenteuers und der Umsetzung neuer Metaplot-Ideen, gefrustet das Handtuch geworfen und im Orkenspalter-Forum aktiv Stimmung gegen Chefredakteur Niko Hoch gemacht. Egal was dort hinter den Kulissen vorgefallen sein mag: Diese Angriffe waren alles andere als schön und hatten in der Öffentlichkeit nichts zu suchen. Mit sowas schadet man der guten Sache, nämlich dem Vorantreiben des Metaplots, nur unnötig. In der DSA-Redaktion sitzen Menschen, ganz normale DSA-Spieler, die zufällig ihr Hobby zum Beruf gemacht haben, und ihr Bestes geben, um möglichst viel geilen Scheiß für unser Lieblings-Alternativ-Universum zu produzieren. Sie dermaßen persönlich anzugehen, fand ich persönlich unwürdig und unnötig.

Gleiches gilt für die "Gronkh-Affäre", die im Vorfeld der Online-Con ihren Lauf nahm: Ulisses hatte einen Überraschungs-Ehrengast für den Eröffnungsstream der Con angekündigt. Als herauskam, dass es sich um Gronkh, also einen der bekanntesten und erfolgreichsten YouTuber Deutschlands handelte, freuten sich viele wie Bolle über diese unerwartete Prominenz in unserer kleinen Nische. Doch unverzüglich legten einige wenige, aber lautstarke Stimmen in Foren und auf Facebook los, um die angeblichen vergangenen Verfehlungen dieses Mannes  anzuprangern. Ich habe gar keine Lust, noch einmal auf diesen Blödsinn einzugehen (das habe ich im Online-Con-Bericht zur Genüge getan), muss aber noch einmal betonen, was für ein Verlust die Absage in meinen Augen für die DSA-Community war. Gronkh hat 4,9 Millionen Abonnenten auf YouTube und 1,3 Millionen auf Twitch. Wenn nur ein Prozent von diesen Leuten durch diesen Stream auf DSA aufmerksam geworden wäre und Blut geleckt hätte, hätten wir jetzt potentiell Tausende neue, vorwiegend jüngere DSA-Spieler anlocken können, die unserer Community sehr, sehr gut getan hätten. Über soviel blinden, fehlgeleiteten Aktionismus jener besagten wenigen Nörgler kann ich nur wütend den Kopf schütteln.

Ich hoffe inständig, dass das Jahr 2021 ein paar positivere Erinnerungen für uns alle bereithält, und sich mein Blutdruck beim Schreiben des kommenden Jahresrückblicks in normaleren Regionen bewegt.

Das Persönliche

Für mich, Kai Frerich, war das Jahr 2020 nicht nur wegen Corona ein besonderes Jahr, hatten meine Frau und ich doch endlich eine schnuckelige Immobilie in Bochum gefunden, in die wir mit unserer kleinen vierköpfigen Großfamilie einziehen wollten. Meine Bedingung für die Mitunterzeichnung war natürlich, dass ich endlich mein dediziertes DSA-Zimmer (den Schelmenkeller) erhalten würde, in dem ich gerade, während ich diese Zeilen tippe, glückselig sitze. Und immer wieder mit einem zufriedenen Grinsen die riesige, 10 Quadratmeter große DSA-Landkarten-Tapete bewundere, die sich hinter mir befindet. Glücklicherweise ist es uns während der halbwegs entspannten Corona-Sommermonate 2020 auch gelungen, ein paar DSA-Spielrunden hier abzuhalten. Dass der Erwerb und Bezug eines Reihenmittelhauses gerade zu Lockdown-Zeiten, in Kombination mit Home-Office und Kinderbetreuung, nicht gerade entspannt war, muss ich aber wohl nicht erwähnen. Trotzdem bin ich sehr zufrieden in unserem neuen Heim, und freue mich auf zahlreiche Spielrunden in den kommenden Monaten, Jahren und Jahrzehnten.

Was meinen Blog anging, war es allerdings kein besonders schönes Jahr. Meine Con-Berichte, die ich immer sehr gerne geschrieben habe, fielen dieses Jahr naturgemäß sehr spärlich aus, und auch an der ohnehin immer schwächer umkämpften Rezensions-Front habe ich mich in diesem Jahr nicht mit Ruhm bekleckert. Insgesamt habe ich gerademal 33 Artikel im Jahr 2020 geschrieben (2018 waren es noch 68!), von denen 18 auf meine Gewinnspiele und deren Auswertungen entfielen. Besonders stolz bin ich auf die beiden Interviews mit DSA1-Illustratoren-Legende Bryan Talbot und mit der Debüt-Autorin Katja Angenent zu ihrem Roman Die Elfe vom Veitner Moor. Die beliebtesten Artikel waren meine beiden Con-Berichte sowie der Artikel zur Entstehung des Schelmenkellers. Trotz der wenigen Artikel war 2020 aber mit über 75.000 Seitenaufrufen mein erfolgreichstes Jahr, und ich kann nur mutmaßen, wie viele Aufrufe ich erreichen könnte, wenn ich mal zuverlässig und regelmäßig schreiben würde. Insgesamt bin ich mittlerweile bei 227.000 Seitenaufrufen in vier Jahren, was ich für ein DSA-Hobbyprojekt ganz OK finde.

Tatsächlich war ich dieses Jahr viel zu sehr mit anderen Projekten beschäftigt, als dass ich viel Muße für den Blog gehabt hätte: Ich habe die beiden Ina Kramer Kurzgeschichten als Bücher auf dem KRK herausgebracht, habe für Rafael Knop das schöne Abenteuer Charypto Rex layoutet und ein Werbe-Video erstellt, habe eine Handy-App für Ralf Kurtsiefer und für Orkenspalter TV programmiert, habe meinen heißgeliebten Discord-Bot entwickelt und versucht meine Rätsel-Soloabenteuer endlich als Druckwerk umsetzen.

Nebenbei bin ich auf meinem YouTube-Kanal auch immer öfter unter die Streamer gegangen und habe die letzten sechs Monate alle Gewinnspiel-Verlosungen im Live-Stream durchgeführt. Außerdem gab es diverse Rätsel-Musterlösungen als Video, ein Aventuria-Unboxing und eine Führung durch meinen Schelmenkeller. Mittlerweile bin ich bei stolzen 85 Abonnenten, und hoffe mit meinem neuen wöchentlichen Video-Format SchelmSchau (jeden Montag Abend ab 21 Uhr auf YouTube) noch ein paar weitere Stammzuschauer gewinnen zu können.

Das Fazit

Meine persönlichen Highlights des Jahres waren in diesem Jahr all die Projekte, die ich mit anstoßen oder kreativ begleiten durfte: So habe ich bei der Entstehung des neuen Romans Das Chimärenkomplott von Ina Kramer zuschauen dürfen, habe miterlebt, wie Rafael Knop ein Abenteuer schreibt und wie es dann für das Layout angepasst werden muss, und habe Ralf Kurtsiefer zur Schaffung der Sternenträger-CD inspirieren dürfen. All das, gepaart mit meinen paar eigenen, meist noch nicht abgeschlossenen Projekten hat 2020 für mich zu einem eigentlich ganz schönen, aber auch arbeitsreichen Jahr gemacht. Großartig und erwähnenswert waren natürlich auch der große 1. DSA-Fantalk, in dem ich fast fünf Stunden lang mit dem Grolm, Christian Nehling und Gernot und Adrian, den beiden Machern von Hinter dem Auge (dem sympathischen und genialen Nachrichten-Podcast rund um das Schwarze Auge) über das vergangene DSA-Jahr philosophieren durfte. Und die beiden Streams von OrkenspalterTV, wo ich neben u.a. Thomas Römer und Werner Fuchs über DSA plaudern durfte, darf ich natürlich auch nicht vergessen. Also: Insgesamt ein den widrigen Umständen entsprechend großartiges Jahr für den Schelm mit so manchem Highlight.

Wo wir schonmal dabei sind: Natürlich muss ich noch einmal all den netten Menschen da draußen danken, die ich in diesem Jahr kennengelernt habe und/oder die mich durch diese zwölf spannenden Monate begleitet haben. Ohne Euch alle wäre all diese Arbeit hier nichts wert, und nur Dank Euch freue ich mich auf all das, was 2021 bringen mag. Hoffentlich sehen wir uns bald wieder!

Das war's! Das Doppel-Patzer-Jahr ist hiermit offiziell von schelmischer Seite abgehakt worden. Ab jetzt kann alles nur noch besser werden! Bleibt gesund, bleibt dem Schelm treu, seid nett zueinander und spielt DSA, so oft es geht! 2021 wird großartig! Gemeinsam schaffen wir das!





Kommentare

  1. Lieber Schelm, eine schöne, persönliche und sehr ausführliche Rückschau. Vielen Dank für dein Engagement für DSA.

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    1. Lieber Narr,

      vielen Dank für die netten Worte und das strapziöse Durchqueren der Textwüste!

      Der Schelm

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  2. Ein sehr interessant geschriebener Jahresrückblick, der sogar erst nach dem Abschluss des alten erscheint :)

    Du könntest für die/den Leser/in, die/der sich für die Einzelkategorien interessiert, eventuell noch eine Übersicht zu Beginn einfügen.

    Wobei ich hoffe, dass von allen der ganze schöne Text gelesen wird.

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    1. Ja, ich hasse Jahresrückblicke, die noch im Jahr, auf das sie zurückblicken, erscheinen, auch wie die Pest! Deshalb wird man beim Schelm stets nur deutlich nach Silvester die Jahreszusammenfassung lesen können! Dafür stehe ich mit meinem guten Namen!

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  3. Wieder ein unterhaltsamer Text aus der Schelmenfeder. Wie gewohnt in Überlänge :-)

    Gruß
    Sinwist

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    1. So kurze, prägnante und sachliche Rückblicke wie bei Engor will ja auch wirklich keiner!!!!1!!elf!

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  4. Hallo Kai, vielen Dank für den schönen Rückblick, der wie immer unterhaltsam war! Auch für mich war in dem DSA-armen Jahr (hinsichtlich Spielrunden) das Event im Schelmenkeller ein echtes Highlight. Sogar mit Shuttle-Service!
    Tausend Dank, das wird wiederholt, versprochen. :)

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    1. Hey Rafael, ja, ein Corona-Jahr ist wohl nicht der beste Zeitpunkt für gesellige Probespielrunden ohne Discord, Roll20 und Co. Aber dafür haben wir alle was, auf das wir uns freuen können. Den Weg zu Dir kenne ich ja jetzt - beim nächsten Mal wird Dein Häuschen geentert! Hoffentlich spätestens im coronafreien Sommer 2021!

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